Rallye News

Chaos-Wochenende für Marcus Hesse

Der 4.Lauf zur deutschen Rallyemeisterschaft im thüringischen Pößneck ist nicht unbedingt der Längste, aber eine sehr schöne Veranstaltung. Doch leider nicht die erfolgreichste.

Marcus "Pechvogel" Hesse

Die sehr guten Platzierungen aus den vergangenen Rallyes motivierte das Team Marcus Hesse und Uwe Kunze zusätzlich. Die erste WP 26,5km lang, 3 ½ Runden auf dem Schleizer Dreieck war eine Mutprobe für Marcus. Bis auf 3 Kurven alles Vollgas. Er erinnerte sich noch an den Kommentar seines Co?s aus dem letzten Jahr zu den langen Kurven vor der Wald-Kurve ?Die gehen eigentlich voll!? So nahm er sich das auch vor, führte es durch, kam mit leicht quer stehendem Auto aus dem Geschlängel und triumphierte ?ICH HAB NICHT GEBREMST.? Lohn der Mühe war ein Platz unter den Top 10 auf der 1. WP.

 

2.Tag. Die Auftaktprüfung zauberte ein Fragezeichen in die Gesichter der Beiden. Keine Kurve ließ sich vernünftig bremsen. Jedesmal ein Gefühl wie auf Glatteis. Verunsicherung pur. Es fehlte komplett der Schwung. Der Blick nach hinten ließ aber vermuten, daß die anderen der Klasse nicht näher kommen würden. Also mal sehen was auf der nächsten, 19km langen, Prüfung passiert. Sie lief deutlich flüssiger, allerdings ernüchternd die Zeiten: Hermann Gassner fährt mit dem Evo 7 komplett in einer anderen Welt und der Subaru von Ruben Zeltner war auch nicht mehr zu halten.

 

Dafür Reifenverschleiß ohne Ende. Euro - Stückchen große Löcher auf den Innenkanten der Vorderreifen. Die Spur wird geringfügig justiert und bringt eine Verbesserung. Nach insgesamt 5 WP´s steht ein stabiler 3. Platz in der Division. Der Kampf geht um Platz 7/8 in der Gesamtwertung.

 

Also weiterfahren, Tempo halten und Spaß haben. Auf WP7 ereignete sich auf dem kurzen Schotterstück ein Reifenschaden, der das Duo 3 Minuten kostete. Marcus gab Uwe im Ziel der WP die Hand ?Mein erster Reifenschaden.? Schade nur um die Platzierung. Raus aus den Top 10 und Platz 6 in der Divisionswertung. Marcus fühlte sich enttäuscht.

 

Auf der Verbindungsetappe zur vorletzten WP kommen Geräusche von der Servolenkung. Der Ausgleichsbehälter hat keine Flüssigkeit mehr. Ein Riß in der Leitung von der Servopumpe. "Diese WP ohne Servolenkung war ein Highlight für mich. So ein schlagendes Lenkrad hab ich noch nie gehabt und schwer zu lenken war es auch. Ich musste mit aller Kraft lenken." Skoda spendet 1 Liter Servoöl. Er wird aber nicht benötigt. Bis zum Service muß es ohne gehen und ein Anruf unterrichtet über den Schaden. Gassner Motorsport hat ein passendes Teil dabei und die Servicezeit reichte, um den Schlauch zu wechseln.

 

Ab zur letzten WP. Marcus und Uwe freuen sich schon auf drei satte High - Speed - Sprünge auf eine Rechts 3 zu. Zwei Sprünge mussten genügen, denn, ca. 2km später, knallt das rechte Hinterrad in einer Schikane über einen Klotz, der sollte eigentlich die Zaunfelder der Schikane halten. Das mittlere Feld lag aber auf der Straße. Der Evo mußte irgendwie durch. In der nächsten Linkskurve stellte sich das Auto quer. Der Reifen nahm Schaden. Die Prüfung hatte noch eine Runde und so wurde die Runde auf der Felge zu Ende gefahren. An der Stoppstelle den Zeiteintrag holen und dann Reifen wechseln. Im Ziel gab es Sekt. Marcus und Uwe stießen an, um der Veranstaltung schnell ein positives Ende zu geben.

 

Die nächste Rallye für das Team von Hesse Motorsport wird, in vier Wochen, die Saarlandrallye sein, bei der es wieder gilt Punkte für die DRM zu ergattern. Der 10.Platz in der Meisterschaft bleibt erklärtes Ziel und damit die Hoffnung auf einen Startplatz zum 1. deutschen Lauf zur Rallye - Weltmeisterschaft.

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