Roland-Rallye: Weileder hauchdünn vor Ramonat

Drei Bestzeiten für Rudi Weileder, drei Bestzeiten für Raphael Ramonat – bei der Roland-Rallye wird hart um die Spitze gekämpft. Am Schluss – und mit ein wenig Glück – holen sich Rudi und Simone Weileder den Gesamtsieg in Nordhausen.

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Drei Bestzeiten für Rudi Weileder, drei Bestzeiten für Raphael Ramonat – bei der Roland-Rallye wird hart um die Spitze gekämpft. Am Schluss – und mit ein wenig Glück – holen sich Rudi und Simone Weileder den Gesamtsieg in Nordhausen.

Die 48. ADAC-Roland-Rallye führt über vier verschiedene Wertungsprüfungen, von denen zwei doppelt absolviert werden. Kräftige Regenschauer in der Nacht verwandeln die Feldwege in matschige Pisten, die steile Abfahrt im legendären Gehege-Rundkurs ist sauglatt. Doch am Vormittag kommt die Sonne heraus – zur Freude der vielen Zuschauer – und trocknet den Schlamm auf weiten Teilen der Strecke.

Der viermalige Roland-Sieger Jaakko Keskinen ist von der Grippewelle erfasst worden und hat absagen müssen. So starten 64 Teams – 13 mehr als vor Jahresfrist – am Petersberg-Turm in Nordhausen. 74% Schotteranteil sind natürlich ideale Bedingungen für die Mitsubishi-Evo-Piloten. Zum Beispiel Michael Dinkel, der nach zwei Jahren Pause ein starkes Comeback feiert und Dritter hätte werden können – wenn er nicht auf WP 3 am Rundenteiler gepatzt hätte und direkt ins Ziel gefahren wäre.

Zum Beispiel Marc Bach, der an der Apostelbrücke die drittbeste Zeit erzielt, sich aber an einer „Links mit Welle auf Asphalt“ abrollt – 100 Meter vor dem Ziel der WP 3. Zum Beispiel Ken Milde, der mit der zweitbesten Zeit im Gehege beginnt, eine Klasse besser fährt als vor drei Wochen in Wittenberg und den dritten Platz nur verpasst, weil er eine Schikane streift; trotz der 30 Strafsekunden werden Milde und Copilotin Heinke Möhrpahl Vierte und Sieger der Gruppe CTC. Keine Eskapaden erlauben sich hingegen die Finnen Petri Reinikainen und Timo Hallia, die mit 24 Sekunden Rückstand auf die Spitze als Dritte auf dem Podium stehen.

Den Sieg in Nordhausen machen zwei Evo-Teams unter sich aus: Die Vorjahressieger Raphael Ramonat und Sara Phieler sowie das bayerische Ehepaar Rudi und Simone Weileder, die zum Auftakt die Bestzeit auf dem Gehege-Rundkurs erzielen. Ramonat wird behindert, als er auf dem schmalen Bergabstück im Stadtpark auf Carsten Alexy aufläuft, der im Audi S2 mit Warnblinkanlage langsam über den Kurs rollt; möglicherweise kostet Ramonat dieses Pech den Sieg. Mit dickem Hals setzt er auf der WP 2, der langen Mischprüfung an der Apostelbrücke, die Bestzeit.

Auf der WP 3, dem neuen kurzen Schotter-Rundkurs „Werther“ mit 1 1/3 Runden plus Ausfahrt, werden sowohl Weileder als auch Ramonat kurz vor dem Ziel an Bachs Unfallstelle mittels gelber Flagge gestoppt. Als Grundlage für die „faire Zeit“ dient später die Fahrzeit des zweiten Durchgangs; hier fährt Ramonat 1,7 Sekunden schneller. Es bleibt jedoch bei Platz 2 für das Thüringer Team, denn Rudi und Simone Weileder fahren die beiden anderen Bestzeiten in der zweiten Schleife und feiern schon beim zweiten Einsatz mit dem Ex-Gaßner-Evo 8 ihren ersten Gesamtsieg. 

Wittenberg-Sieger Dark Liebehenschel tritt in Nordhausen nicht im Evo 7, sondern im kleinen Citroen C2 R2 an. Mit Anne Katharina Stein auf dem heißen Sitz quetscht er die Zitrone bis zum letzten Tropfen aus. Sie beenden die Roland-Rallye auf Platz 5 – weniger als eine Minute hinter den Siegern - als bestes Team ohne Allradantrieb. Weitere 30 Sekunden zurück schaffen die amtierenden ADMV-Meister Nick Heilborn und Benjamin Melde im BMW M3 den F4-Klassensieg (vor Scheidhammer und Klemm) und Platz 6.


Die 2-Liter-Klasse ist mit 25 Fahrzeugen zahlenmäßig wie qualitativ bestens besetzt. Sebastian Vollak und Peter Messerschmidt starten im BMW 318 hervorragend, noch ein paar Zehntel schneller als Liebehenschel. Doch auf WP 3 sind sie in der letzten „tricky“ Linkskurve eine Idee zu schnell, rutschen in den Graben und überschlagen sich. Zum Glück bleiben – wie beim Bach-Unfall an gleicher Stelle – alle Teilnehmer unverletzt. Nach Vollaks Ausfall diktiert Hannes Arndt im Ford Fiesta das Tempo, seine Fahrzeiten hätten für Rang 7 gereicht, doch nach einem Fehler am Rundenteiler mit anschließendem Wenden fällt er aus der Wertung.

Bernd Knüpfer und Daniel Herzig haben den Astra GSi nach dem Ausfall in Wittenberg wieder geflickt und scheuchen den Opel schwungvoll durch Matsch und Schotter; Klassensieg und Rang 9 sind der Lohn. Werner Müller und seine Tochter Jasmin Trabs wiederholen im BMW 318is ihren zweiten Platz von Wittenberg; ins Ziel retten sie neun Zehntelsekunden Vorsprung gegen Thomas und Melanie Schultz, die nach vorsichtigem Start mit ihrem Clio immer näher kommen. Auf den nächsten Plätzen landen Torsten Brunke und Paul Stöckel (Golf III) und Jan Schneider und Markus Genthe (BMW 318 Compact), der die U23-Wertung gewinnt.

In den beiden kleinen Klassen wiederholen Hannes Heldt und Heiko Schmidt im Suzuki Swift 1600 sowie Jan Rößner und Doreen Schreiber im älteren Suzuki Swift 1300 ihre Klassensiege von Wittenberg. Rößner springt auf Platz 2 im ADMV-Rallye-Pokal hinter dem Franken Werner Müller, während der Nordhäuser Lokalmatador Heldt die Führung in der ADMV-Meisterschaft Sachsen-Anhalt/Berlin-Brandenburg übernimmt.

In der Gruppe G siegen die Berliner Thomas Leonhardt und Norbert Thamm im Audi S4 Avant ohne ernsthaften Gegner, die Hessen Philip Schwarz und Steffen Weber (Mitsubishi Colt) liegen in der kleinen Klasse klar an der Spitze. 46 Fahrzeuge stehen nach anspruchsvollen 34 WP-Kilometern im Parc Fermé. 

24 Teams absolvieren die sechs Schotter-haltigen Prüfungen als Retro-Rallye. Dabei feiern Bastian Pfeiffer und Markus Schäfer im Volvo 244 ihren zweiten Saisonerfolg und bauen die Führung im ADMV-Histo-Rallye-Cup aus. Die holländischen Vorjahressieger Joop Hosmar und Dave Kuiper bringen ihren BMW 2002 als Zweitbeste durch die Lichtshranken vor dem hessischen Ehepaar Frank und Heike Schneider im Opel Ascona. 

Ergebnis 48. ADAC-Roland-Rallye Nordhausen

1. Rudi Weileder / Simone Weileder Mitsubishi Evo 8 F1 20:56,2
2. Raphael Ramonat / Sara Phieler Mitsubishi Evo 7 F1 1,9
3. Petri Reinikainen / Timo Hallia Mitsubishi Evo 9 RC2 24,2
4. Ken Milde / Heinke Möhrpahl Mitsubishi Evo 8 C18 49,4
5. Dark Liebehenschel / Anne K. Stein Citroen C2 R2 RC4 57,7
6. Nick Heilborn / Benjamin Melde BMW M3 E36 F4 +1:29,8
7. Martin Wagner / Alexander Rödiger Mitsubishi Evo 7 F1 +1:38,6
8. Bernd Knüpfer / Daniel Herzig Opel Astra GSi F5 +1:39,4
9. Werner Müller / Jasmin Trabs BMW 318is E30 F5 +1:53,2
10. Thomas Schultz / Melanie Schultz Renault Clio III RS F5 +1:54,1
11. Alois Scheidhammer / August Regner Opel Astra H CDTi F4 +2:02,1
12. Carsten Kratzin / Daniel Rosenmüller Subaru Impreza STI F1 +2:07,4
13. Alexander Klemm / Cornelia Klemm Seat Ibiza TDI F4 +2:11,0
14. Patrick Rodewald / Marcel Eichenauer Volvo 242 F4 +2:14,6
15. Torsten Brunke / Paul Stöckel VW Golf III GTI 16V F5 +2:21,6

Zwischenstand ADMV-Rallye-Pokal:

1. Müller, 1282 Punkte; 2. Rößner 1265; 3. Ramonat 1228; 4. Milde 1117; 5. Brunke 1071; 6. Liebehenschel 667; 7. Zischkale 1029; 8. Nicolaus 800; 9. Knüpfer 788, 10. Vollak 773.

Nächster Lauf: ADAC-Fontane-Rallye am 28. April