Kremer: „Sollte mir nicht passieren“

Bestzeiten, Rang fünf in der WRC2 und zehn weitere WM-Punkte stehen nach der Rallye Mexiko auf der Habenseite von Armin Kremer. Doch es wäre mehr für den Skoda-Piloten drin gewesen, wie er selbstkritisch anmerkt.

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Bestzeiten, Rang fünf in der WRC2 und zehn weitere WM-Punkte stehen nach der Rallye Mexiko auf der Habenseite von Armin Kremer. Doch es wäre mehr für den Skoda-Piloten drin gewesen, wie er selbstkritisch anmerkt.

Für Armin Kremer begann die Rallye Mexiko wie erwünscht. Auf den Wertungsprüfungen zwei und drei markierten der Mecklenburger und sein 21 Jahre junger Copilot Pirmin Winklhofer die Bestzeit und führten das WRC2-Feld an. Bei einem Ausrutscher verbog das Duo jedoch einen Hinterachslenker an ihrem Skoda Fabia R5 und musste am Freitagnachmittag pausieren. Am Samstag kollabierte nach einem weiteren Fahrfehler erneut eine hintere Radaufhängung.

„Um ehrlich zu sein, die Rallye ist nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Leider habe ich mir zwei Fahrfehler erlaubt - das sollte mir nicht passieren“, gab Kremer zu.

Doch Aufgeben war keine Option. Das österreichische BRR-Einsatzteam hatte ganze Arbeit geleistet und schickte die Deutschen mit repariertem Dienstwagen auf die zur "Jahrhundert-WP" ernannte "Guanajuato"-Prüfung. Mit 80 Kilometer Länge reizte der Veranstalter das FIA-Reglement voll aus. Satte 101 Seiten umfasste das sogenannte "Gebetbuch" in dem Kremer/Winklhofer ihre Streckeninfos notierten. Was bei der Streckenbesichtigung fast zwei Stunden dauerte, schafften die beiden Skoda-Piloten im Wettbewerb in 52:03,6 Minuten und damit schneller als jedes andere WRC2-Team.

„Die 80 Kilometer lange Monster-WP ist einfach der Hammer. Du bist gefühlt schon eine Ewigkeit unterwegs. Dann schaue ich auf den Tripmaster und der steht erst bei 40 Kilometer“, meinte Winklhofer. „Schwieriger als eine knappe Stunde dauerreden ist es, dabei voll konzentriert zu bleiben und nicht den Rhythmus zu verlieren. Das war diesmal besonders schwierig, weil wir ab der Hälfte mit nachlassenden Bremsen kämpfen mussten und auf den letzten zehn Kilometer auch noch die zur Unterstützung genutzte Handbremse ihren Geist aufgab. Aber Armin hatte das mit all seiner Routine prima im Griff.“

Auch auf der abschließenden Power-Stage geigte Kremer noch einmal groß auf und markierte erneut die Klassenbestzeit. Doch mehr als der fünfte Rang war nach den Fehlern an beiden Vortagen nicht mehr möglich.

„Schade, denn es war hier mehr drin gewesen“, meinte Kremer. „Auch wenn ich mich jetzt noch ein bisschen ärgere, überwiegt aber das Positive. Wir konnten erneut zeigen, dass wir auch ohne ausgiebige Testfahrten bei den unterschiedlichsten Bedingungen und auf allen Pisten dieser Welt ganz vorne mitfahren können. Zudem haben wir nicht nur unseren zweiten Tabellenplatz in der WRC2 gefestigt, sondern zudem die schnellste WRC2-Zeit auf der "Jahrhundert-Prüfung" gefahren. Auch darauf können wir stolz sein. Das BRR-Team hat einmal mehr einen Super-Job gemacht und uns jederzeit einen Top-Auto hingestellt. Und mit welcher Routine mein Beifahrer Pirmin in seinem Alter seine Arbeit erledigt ist schlicht Extraklasse.“

WM-Tabellenstand WRC2

1. Evans (GB/Ford) 50 Punkte, 2. Kremer (D/Skoda) 28, 3.Suninen (FIN/Skoda) 25, 4. Ptaszek (PL/Peugeot) 24, 5. Pontus Tidemand (S/Skoda) 18, 6, Gilbert (F/Citroën) 15, 7. Lappi (FIN/Skoda) 15. 8. Rendina (I/Ford) 15. 9. Giordano (F/Citroën) 12, 10. Grondal (N/Ford) 10, 11. Fuchs (PE/Skoda) 12