Gelbe Karte für Argentinien

Die Bilder des letzten Jahres sollen sich auf keinen Fall wiederholen. Michele Mouton, Sicherheitsbeauftragte der FIA, reiste persönlich nach Argentinien, um dort die neue Strecke abzunehmen. Kommt es zu erneuten Zwischenfällen, fliegt die Rallye aus der Weltmeisterschaft.

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Die Bilder des letzten Jahres sollen sich auf keinen Fall wiederholen. Michele Mouton, Sicherheitsbeauftragte der FIA, reiste persönlich nach Argentinien, um dort die neue Strecke abzunehmen. Kommt es zu erneuten Zwischenfällen, fliegt die Rallye aus der Weltmeisterschaft.

Der Schock saß tief. Als Hayden Paddon die Kontrolle über seinen Hyundai i20 WRC verlor und in eine Gruppe von Zuschauern geriet, rechnete man bereits mit dem Schlimmsten. Es war eine Szene, die an dunkle Gruppe-B-Zeiten erinnerte. Zum Glück für alle Beteiligten, gab es keine Toten. Während der live übertragenen Power-Stage verfehlten Andreas Mikkelsen und Thierry Neuville bei ihren Abflügen die Zuschauer nur um Haaresbreite.

Die laschen Sicherheitsvorkehrungen der Rallye Argentinien sorgten für tiefe Sorgenfalten bei der FIA, die anschließend die Gelbe Karte zückte und umfangreiche Veränderungen forderte. Bekommen die Veranstalter die Lage nicht in den Griff, droht der Rauswurf aus der Weltmeisterschaft.

In Argentinien hat man den Ernst der Lage begriffen und die Streckenführung für den WM-Lauf (22. bis 24. April) deutlich verändert. Der Samstag wurde komplett umgekrempelt und alle geplanten Prüfungen im Norden gestrichen. Stattdessen wird auf Strecken gefahren, die deutlich näher an Cordoba und Vila Carlos Paz liegen. Insgesamt stieg die Länge der Wertungsprüfungen um 13 Kilometer an, während die Gesamtlänge der Rallye um 179 Kilometer verkürzt wurde.

Beim Weltverband will man den WM-Lauf in Südamerika unbedingt behalten, deshalb war Michele Mouton, Sicherheitsbeauftragte der FIA, in der vergangenen Woche persönlich nach Argentinien gereist, um alle Strecken und die Umsetzung der mit ihr abgesprochenen Sicherheitsvorkehrungen zu besichtigen. Es gab Bedenken, dass die neuen Prüfungen zu wenige Plätze für Zuschauerzonen bieten würden und dadurch das Gefahrenpotenzial erneut erhöht wird.

Übrigens: Nachdem Mouton zu Jahresbeginn ihre neue Rolle übernahm und den Polen Jacek Bartos ablöste, steht der polnische WM-Lauf ebenfalls unter strenger Beobachtung. Auch hier will die FIA bei erneuten Sicherheitsmängeln knallhart durchgreifen und das WM-Prädikat entziehen.

Unfall Mikkelsen und Neuville