Meeke: "Es geht nur um die Kohle!"

Nach dem Beinahe-Aufstand der Fahrer in Schweden spricht Kris Meeke Klartext. Es kann nicht sein, dass Geld eine größere Rolle spielt als die Sicherheit der Fahrer, sagt Meeke. Künftige Streiks nicht ausgeschlossen.

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  • Fahrer sind keine Marionetten: Auch Kris Meeke fordert mehr Mitspracherecht

    Fahrer sind keine Marionetten: Auch Kris Meeke fordert mehr Mitspracherecht

Nach dem Beinahe-Aufstand der Fahrer in Schweden spricht Kris Meeke Klartext. Es kann nicht sein, dass Geld eine größere Rolle spielt als die Sicherheit der Fahrer, sagt Meeke. Künftige Streiks nicht ausgeschlossen.

Fast wäre es in Schweden zum Streik gekommen. Die Fahrer fürchteten um ihre Sicherheit und wollten die erste Wertungsprüfung auslassen. Aber der Protest scheiterte an dem Veto einiger Fahrer, die sich dem Boykott nicht anschließen wollten. Auch in Australien hatten die Fahrer Sicherheitsbedenken, in dem Fall ging es um mangelnde Sicht bei den staubigen Nachtprüfungen. In solchen Situationen brauchen Fahrer ein Mitspracherecht, stellt Kris Meeke im Gespräch mit Autosport klar.

„In Schweden haben sie uns gesagt: Wenn ihr Bedenken habt, müsst ihr das vor der Rallye mitteilen. Aber das haben wir vor der Rallye Australien getan. Es gab etwa 25 Mails in den drei Monaten zwischen Bekanntgabe der Route und Rallye-Start. Aber es ist nichts passiert und wir waren alle ziemlich genervt. Die Krönung war aber, dass man uns danach einfach mitgeteilt hat, dass es nächstes Jahr drei Nachtprüfungen geben wird.“ Sollte es erneut Sicherheitsbedenken geben, wollen sich die Fahrer Gehör verschaffen – zur Not mit einem Boykott. Auch wenn das nur der letzte Ausweg ist, wie Meeke betont.

"Es ist ein Alptraum"

„Vor zehn Jahren hätte man diese Rallye Schweden abgesagt. Aber jetzt geht es anscheinend nur noch um die Kohle. Das Programm wird durchgezogen, damit man Bilder fürs Fernsehen hat. Keiner versteht, dass es für uns Fahrer ein Alptraum ist, auf solchen Strecken mit abgefahrenen Spikes unterwegs zu sein. Bei diesen Geschwindigkeiten kann man das nicht zulassen. Aber es sieht so aus, als sei heute Geld wichtiger als unsere Sicherheit“, schimpft Meeke.

„Wir werden zu Marionetten, die losgeschickt werden, damit man Fernsehen und damit Geld machen kann. Aber es ist Zeit, ein bisschen Respekt für den Sport zu zeigen. Wenn Schweden keine ordentliche Winterrallye organisiert, werden wir eben verzichten“, warnt Meeke. Michèle Mouton hatte in Schweden schon klargestellt, dass nicht die Fahrer die Regeln machen. Vor der Rallye Mexiko wollen sich Fahrer und FIA-Verantwortliche aber nochmal zusammen setzen. Die Aktiven fordern für die Zukunft mehr Mitspracherecht.

VIDEO: Rallye Schweden 2016


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