Sebastien Ogier gewinnt Rallye Schweden

Sebastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia haben erneut die Rallye Schweden gewonnen. Standesgemäß sicherte sich der Weltmeister auch die Zusatzpunkte auf der Power-Stage.

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  • Sebastien Ogier und Julien Ingrassia gewinnen die Rallye Schweden

    Sebastien Ogier und Julien Ingrassia gewinnen die Rallye Schweden

Sebastien Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia haben erneut die Rallye Schweden gewonnen. Standesgemäß sicherte sich der Weltmeister auch die Zusatzpunkte auf der Power-Stage.

Die Rallye Schweden wird noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht wegen eines weiteren eindrucksvollen Siegs von Sebastien Ogier, vor allem wegen der vielen Diskussionen über die Befahrbarkeit von Strecken und einem erhöhten Sicherheitsrisiko für Fahrer. Auch Ogier hatte bereits im Recce seine Bedenken öffentlich geäußert, wurde aber von seinem Team wenig später zur Ordnung gerufen und lobte anschließend die tolle Arbeit des Veranstalters, dem es mit größter Anstrengung gelang, den zweiten WM-Lauf des Jahres doch noch über die Bühne zu bringen. „Ich liebe die Rallye Schweden“, erklärte Ogier demonstrativ im Ziel, wohl auch, damit sich die Wogen in Skandinavien wieder einigermaßen glätten.

 

Für Hayden Paddon hätte das Wintermärchen plötzlich ein böses Ende genommen. Kurz vor dem Ziel der abschließenden Power-Stage erwischte der Hyundai-Pilot einen dicken Holzpfahl, der als Streckenbegrenzung diente und schlug sich ein Loch in den Kühler. „Keine große Sache, wir werden das Auto reparieren können“, zeigte sich der Neuseeländer trotzdem gewohnt locker und kann sich mit dem zweiten Platz über einen perfekten Einstand im neuen i20 WRC freuen. Dass Paddon bei seinem erst dritten Schweden-Start bereits Ogier unter Druck setzen konnte, war zum einem seiner späten Startposition geschuldet, aber es zeigt auch, warum man sich für den 'Kiwi' entschieden hat, der dem Weltmeister auch neben der Strecke Paroli bietet, wenn es darum geht, seine Meinung zu vertreten. Pech hatten dagegen seine Hyundai-Markenkollegen: Dani Sordo wurde nach dem gestrigen Reifenschaden hinter Ott Tänak nur Sechster und Thierry Neuville erreichte nach technischen Problemen am Freitag das Ziel außerhalb der Top-10.

Zufriedenheit herrschte auch bei Mads Östberg. Mit dem dritten Rang lieferte er zum ersten Mal nach seiner Rückkehr zu M-Sport einen Podiumsplatz ab. „Ich bin wirklich zufrieden, wie wir uns steigern konnten. So soll es in Mexiko weitergehen“, freute sich Östberg, der sich im direkten Duell der Norweger gegen Andreas Mikkelsen durchsetzen konnte. Kris Meeke wäre auch ein Kandidat für das Podium gewesen. Doch an einem dicken Steinbrocken (Rallye Monte Carlo!) zerbrach am Freitag die Aufhängung des rechten Vorderrads und der Citroen-Pilot war raus aus dem Rennen. Immerhin konnte er nach dem Neustart am Samstag noch zeigen, welches Tempo er gehen kann, doch die Messe war gelesen. Als bester Citroen-Pilot wurde Craig Breen Achter, vor ihm feierte Ford-Privatier Henning Solberg wie immer bestens gelaunt den starken siebten Platz. „Seit einem Jahr habe ich nicht mehr in diesem Auto gesessen und konnte auch keinen Test absolvieren. Entsprechend glücklich bin ich“, strahlte Solberg, der auf die Frage, wann er wieder in der Rallye-WM antreten wird, nur lachte: „Ich muss mit Malcolm Wilson reden. Wenn er mich gern hat, dann bekomme ich ein Auto. Wenn nicht, dann will ich keins.“

WRC2: Evans besiegt Skodas

Wie bereits in Monte Carlo sicherte sich Elfyn Evans erneut den Sieg in der WRC2. Dieses Mal konnte sich der M-Sport-Pilot auch gegen das Skoda-Werksteam durchsetzen und lieferte erneut ein klares Zeichen für ein Comeback im Fiesta WRC ab. Auf den letzten Kilometern gelang es Esapekka Lappi immerhin, den vor ihm liegenden Anders Grondal in einem weiteren Ford Fiesta abzufangen und sich den dritten Platz hinter seinem Teamkollegen Pontus Tidemand zu sichern. Der unterlegene Grondal war im Ziel zu Tode betrübt: „Wir haben zu Beginn der Rallye die falsche Reifen-Strategie gewählt.“ - Übrigens: In der RC2-Wertung konnte sich Skoda-Privatier Teemu Suninen mit nur einer Zehntel Vorsprung vor Tidemand auf dem zweiten Platz behaupten.

Verkürzte Route in Schweden

Milde Temperaturen hatten kurz vor der Rallye Schweden den Schnee und das Eis auf vielen Strecken verschwinden lassen. Nur noch zwölf statt der ursprünglich geplanten 21 Prüfungen konnten überhaupt stattfinden, die Wertungsdistanz fiel von 331,21 auf 226,48 Kilometer. Nur die Rallye Argentinien 2007 musste wegen eines starken Sturms noch stärker verkürzt werden. Damals fielen 33,5% der geplanten WP-Kilometer aus. Im vergangenen Jahr traf es die Rallye Korsika, die nach heftigen Regenfällen um 26,3% verkürzt werden musste.

Wo wir gerade bei Zahlen sind: Insgesamt betrachtet bildete die Rallye Schweden 2016 die kürzeste WM-Rallye aller Zeiten. Bisher stellten die Rallye Korsika 2015 mit 245,35, die Rallye Argentinien 2007 mit 248,90 und die Rallye Jordanien 2011 mit 259,56 Kilometern auf Zeit die kürzesten Wettbewerbe der Rallye-WM-Geschichte dar.

Ergebnis Rallye Schweden 2016

1.Ogier / IngrassiaVolkswagen Polo R WRC1:59:47.4
2.Paddon / KennardHyundai i20 WRC 16+0:29.8
3.Östberg / FlöeneFord Fiesta RS WRC+0:55.6
4.Mikkelsen / JægerVolkswagen Polo R WRC+1:10.8
5.Tänak / MõlderFord Fiesta RS WRC+1:50.7
6.Sordo / MartíHyundai i20 WRC 16+2:24.0
7.Solberg / MinorFord Fiesta RS WRC+2:40.0
8.Breen / MartinCitroën DS3 WRC+2:44.6
9.Evans / ParryFord Fiesta R5+5:17.0
10.Tidemand / AnderssonSkoda Fabia R5+5:31.7

LINK: Die Ergebnisse der Rallye Schweden ...