Maximilian Koch: „Pure Gänsehaut!“

Maximilian Koch stellte sich im Skoda Fabia S2000 erstmals der Herausforderung ‚Rallye Monte Carlo’. Was er dabei erlebte, erzählt der 21-jährige Regensburger im Interview.

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  • Maximilian Koch und Beifahrerin Lisa Brunthaler im Skoda Fabia S2000

    Maximilian Koch und Beifahrerin Lisa Brunthaler im Skoda Fabia S2000

Maximilian Koch stellte sich im Skoda Fabia S2000 erstmals der Herausforderung ‚Rallye Monte Carlo’. Was er dabei erlebte, erzählt der 21-jährige Regensburger im Interview.

Ein aufregendes Wochenende liegt hinter Dir. Wie ist Dein Eindruck von der Rallye Monte Carlo?

„Sie ist eine der schwierigsten Rallyes der Welt. Die wechselnden Bedingungen nehmen keinerlei Rücksicht darauf, ob jetzt links oder rechts Wiese ist, oder ein Abgrund von 200 Metern. Am meisten hat mich die Streckenführung überrascht. Ich hatte mir den Verlauf anders vorgestellt. Ich dachte dass 300 Kilometer so sind, wie auf den berühmten Bildern an der Felswand entlang. Diese Abschnitte gibt es auch, aber das sind die wenigsten.“

Gab es noch etwas, was Du dir anders vorgestellt hast?

„Die Zielankunft. Eine kleine Rampe hätte ich erwartet, oder einen Zuschauerauflauf. Aber für die Privatiers war nichts der gleichen zu finden. Eine Zeitkontrolle, Bordkarte abgegeben und Auto im Park ferme abgestellt, damit ist die Rallye vorbei.“

Was hat Dich dagegen besonders beeindruckt?

„Die positive Resonanz auf unseren Zuschauer-Eisspion-Aufruf. Es haben sich etliche Leute gemeldet und uns mit Fotos Videos und Texten regelrecht bombardiert. Auch deutsche Fans, die nichts mit dieser Sache zu tun hatten, haben uns unglaublich gefeiert. An der letzten Zeitkontrolle stand ein Mann, den ich noch nie vorher gesehen hatte und rief mir mit Funkeln in den Augen zu: ‚Wegen euch bin ich hier! Klasse, dass ihr im Ziel seid.’ So ein Moment sorgt für pure Gänsehaut.“

Die dürftest Du auch auf der Strecke gehabt haben. Welche Prüfung hat Dir besonders gut gefallen?

„Ganz klar die Power-Stage Col l'Orme. Die war am Anfang sehr eng und winklig mit null Platz für Fehler in einem engen Wald. Dann der Rhythmuswechsel auf eine Breite Bergstraße mit etlichen Kehren hintereinander.“

Bei der Monte hast Du nicht nur langsamere Gegner überholen müssen, sondern wurdest auch überholt. Wie fühlt man sich in so einem Moment?

„Das Überholen hat mir immer Selbstvertrauen gegeben. Überholt zu werden jedoch ist mental etwas schwierig. Uns ist das immer mit Slicks auf Eis und Schnee passiert, während der Überholende Spikes hatte. Es war äußerst schwierig sich zu konzentrieren und in den Kopf zu bekommen dem jetzt nicht nachzufahren und den Abstand nicht größer werden zu lassen. Man könnte innerlich kotzen. Hier hat mir meine Beifahrerin Lisa viel geholfen indem sie mich beruhigt hat. Auf den folgenden trockenen Abschnitten haben wir dann das Auto zurücküberholt und die eine Minute wieder zugefahren, um den vor uns startenden auch noch zu überholen. Geduld zahlt sich in dem Fall aus.“

Ihr habt viele Strafminuten kassiert, was waren die Gründe dafür?

„Die erste Zeitstrafe hatten wir wegen eines Motoröllecks bekommen, welches ich erst notdürftig dichtmachen musste. In der Hektik haben wir uns dann um zehn Minuten verrechnet und zu früh gestempelt. Ärgerlich, aber eine Erfahrung, die man machen muss. Vielleicht nicht ausgerechnet bei der Rallye Monte Carlo, aber das kann man sich nicht aussuchen. Die dritte Zeitstrafe war wegen eines Problems mit der Lichtmaschine. Ein Kabel hatte sich gelöst, das ist ein bekanntes Problem weswegen wir ein Ersatzkabel dabei hatten und wechseln konnten.“

Hand aufs Herz, war die Entscheidung, das Monte-Debüt mit einem Super2000 zu bestreiten, im Nachhinein betrachtet die richtige?

„Ein kleineres Auto wäre mit Sicherheit nicht einfacher gewesen. Alle die dort mit kleineren Fahrzeugen halbwegs schnell waren, stammen entweder aus Gap und Umgebung, oder sind Vollprofis wie Veiby oder Vatanen. Ich bin noch nie Frontantrieb gefahren, kann mir aber nicht vorstellen, dass es einfacher ist als Allrad. Im Gegenteil. Kostentechnisch kommt es auf fast dasselbe hinaus. Die Kosten differieren nicht so stark wie die meisten sich das denken. Ein DS3 R3 kostet auch an die 80.000 Euro und fährt nicht ohne Sprit und Reifen. Ich bin stolz darauf, dass unser Team einen solchen Einsatz stemmen konnte und wir das Ziel erreicht haben. Die eine oder andere gute WP-Zeit ist auch noch rausgekommen. Klar ist unser Tempo ausbaufähig, aber wir haben eine Menge gelernt und uns dieser enormen Herausforderung gestellt.“

Wie geht es jetzt mit Dir weiter?

„Die Frage nach den Einsätzen und der Planung interessiert mich auch brennend. Ich werde in den nächsten Tagen einmal den Terminkalender der DRM, ÖRM, EM und Rallye-WM studieren und den nächsten Einsatz mit meinem Bankkonto abstimmen. Wir wollen vielleicht ein bis zwei DRM-Läufe fahren um uns einfach auch in Deutschland zu zeigen. Der Rest hängt vom Budget ab.“

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