5.000 Euro Strafe für Latvala

Der Abflug auf der elften Prüfung der Rallye Monte Carlo hatte für Jari-Matti Latvala ein Nachspiel. Die Offiziellen baten den Volkswagen-Piloten zum Rapport, weil er einen Zuschauer getroffen hatte. Der Version von Latvala schenkte man dabei wenig Glauben und verdonnerte ihn zu einer saftigen Geldstrafe.

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Der Abflug auf der elften Prüfung der Rallye Monte Carlo hatte für Jari-Matti Latvala ein Nachspiel. Die Offiziellen baten den Volkswagen-Piloten zum Rapport, weil er einen Zuschauer getroffen hatte. Der Version von Latvala schenkte man dabei wenig Glauben und verdonnerte ihn zu einer saftigen Geldstrafe.

Die elfte Monte-Prüfung wird Jari-Matti Latvala noch eine Weile im Gedächtnis bleiben. Nicht nur weil er in einer langen Rechtskurve nach außen getragen wurde und in einem Straßengraben die Aufhängung des linken Vorderrads seines Polo R WRC so stark beschädigte, dass er anschließend aufgeben musste. Die Unglückstelle wird den Finnen vor allem deswegen beschäftigen, weil er beim Abflug auch einen Zuschauer traf und dieser Vorfall für ein Nachspiel mit den Offiziellen sorgte.

„Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass es mir sehr leidtut, was heute passiert ist“, ließ Latvala offiziell erklären. „Nach einer Rechtskurve sind wir von der sehr rutschigen Strecke abgekommen, in den Straßengraben gerutscht und landeten dann auf einer Wiese. Dichter Dampf vom Motor und hochspritzender Schlamm aus dem Graben nahmen mir für einen Moment die Sicht. Ich sah einen Zuschauer, der zur Seite sprang und bin langsam zurück auf die Strecke gefahren. Nach der Prüfung hat mich das Team kontaktiert und mir mitgeteilt, dass ich einen Zuschauer berührt hatte. Wie gesagt, der Vorfall tut mir sehr leid.“

Latvala hätte anhalten müssen

Dieser Schilderung wollten die Offiziellen nicht widerspruchslos folgen. Nach Auswertung der Onboard-Aufnahme waren sie der Meinung, dass Latvala genügend Sicht gehabt hätte, um den Zuschauer zu erkennen. Außerdem hätten an dieser Stelle noch viele andere Leute gestanden, die nach links und rechts weggesprungen seien, als er mit seinem Auto durch die Wiese pflügte um zurück auf die Strecke zu finden. In solch einer Situation seien die Fahrer aber laut WM-Reglement (Artikel 40.4) angewiesen, sofort anzuhalten und zu prüfen, ob niemand verletzt worden sei.

Belastend für Latvala war außerdem die Aussage des TV-Kommentators Julien Porter, den der Finnen anrief, als er zusammen mit seinem Beifahrer die Aufhängung des Autos reparierte. „Jari-Matti erzählte mir, dass er einen Zuschauer getroffen hätte“, so Porter. „Er hätte ihn nicht schwer erwischt, aber ich sollte mich erkundigen, ob es im gut geht.“ Latvala erklärte daraufhin, dass die Aussage von Porter nicht korrekt sei. Er habe ihn gebeten, mit den Marshalls zu prüfen, dass er niemanden getroffen hätte. Nach dem Ziel der Prüfung, als sich der Stress im Cockpit legte, sei ihm bewusst geworden, dass er einen Zuschauer erwischt haben könnte.

5.000 Euro Strafe und Drohung

Die Offiziellen, unter dem Vorsitz der Deutschen Waltraud Wünsch, belgeten Latvala und Beifahrer Anttila mit einer Geldstrafe von 5.000 Euro. Im Widerholungsfall droht Latvala sogar die Sperre für einen WM-Lauf. Die Versäumnisse des Veranstalters, der diese Stelle, an der viele andere Fahrer von der Strecke abkamen, nicht ausreichend gesichert hatte, war übrigens nicht das Thema in dieser Verhandlung.

VIDEO: Jari-Matti Latvala Ausrutscher


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