Monte nach WP10: Der Reifenpoker des Andreas Mikkelsen

Mit einer unkonventionellen Reifenwahl war Andreas Mikkelsen in den dritten Tag der Rallye Monte Carlo gestartet. Aber das Risiko zahlte sich für den Volkswagen-Piloten nicht aus. Trotz einer deutlichen Bestzeit.

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Mit einer unkonventionellen Reifenwahl war Andreas Mikkelsen in den dritten Tag der Rallye Monte Carlo gestartet. Aber das Risiko zahlte sich für den Volkswagen-Piloten nicht aus. Trotz einer deutlichen Bestzeit.

Morgenmuffel hatten es heute schwer. Mit 51 Kilometern Länge stand zum Auftakt in den dritten Tag die längste Prüfung der gesamten Rallye Monte Carlo auf dem Programm. Sebastien Ogier zeigte sich bestens aufgelegt und konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung um weitere zehn Sekunden ausbauen.

Doch was war mit seinem Markenkollegen Andreas Mikkelsen los? Der hatte am Morgen im Gegensatz zu seinen direkten Konkurrenten vier spikebesetzten Winterpneus und zwei weiche Reifen einpacken lassen, obwohl die lange Prüfung größtenteils trocken war. „Wir wollten etwas ausprobieren, denn auf der nächsten Prüfung sehen die Verhältnisse anders aus“, sagte der Norweger.

Tatsächlich fuhr Mikkelsen auf der verschneiten und eisigen WP11 in einer eigenen Liga, doch die 17 Wertungskilometer reichten nicht aus, um den beträchtlichen Rückstand, den er sich zuvor eingefangen hatte, wieder wettzumachen. Mikkelsen holte sich zwar den vierten Rang von Thierry Neuville zurück, aber der Abstand zum Podium blieb fast gleich. „Insgesamt betrachtet bin ich mir nicht sicher, ob die Reifenwahl so glücklich war“, meinte der VW-Pilot, dessen Risikofreude sich nicht auszahlte. Doch Glücksspiel gehört zu Monte Carlo dazu.

Kris Meeke kann bislang das Tempo von Ogier nicht mitgehen. „Die Bedingungen sind unglaublich schwierig. Wir sind einmal zu weit nach außen gekommen und mit dem Auto angeschlagen. Danach fehlte mir das Vertrauen“, gestand der Citroën-Pilot, der mit 20 Sekunden Rückstand weiter Zweiter ist. Hinter ihm folgt Jari-Matti Latvala, der mit seiner Leistung zufrieden war: „Ich weiß nicht, ob ich jemals bei so anspruchsvollen und rutschigen Bedingungen gefahren bin. Meine Zeiten gehen aber in Ordnung.“



Für Hyundai-Pilot Dani Sordo brachte der Samstag keine Trendwende. Der Spanier knallte mit seinem i20 WRC gegen eine Böschung und beschädigte dabei die Aufhängung des linken Hinterrads. In der Gesamtwertung fiel er auf den zehnten Platz zurück. Aus dem Geschehen ganz verschwunden sind die Ford-Piloten Robert Kubica, Lorenzo Bertelli und Eric Camilli, die nach ihren gestrigen Unfällen auf einen Neustart verzichten mussten.

WRC2: Kremer vorn – Konter von Evans

In der WRC2 gab es am Morgen ein Führungswechsel. Elfyn Evans fing sich einen Reifenschaden ein und musste den Platten auf der Prüfung wechseln. Das brachte Armin Kremer an die Spitze, obwohl der Skoda-Pilot auch einen Aha-Moment erlebte und mit der rechten Seite an einen Mast gekracht war. Aber Evans konnte umgehend kontern und holte sich die WRC2-Führung zurück. Kremer büßte dagegen durch einen Dreher wertvolle Zeit ein.

Für Aufregung sorgte José Suarez, der mit seinen Spikepneus optimal bereift war und sogar Evans 16,3 Sekunden abnehmen konnte. Doch der Peugeot-Junior hatte unterwegs den vor ihm fahrenden Quentin Giordano unsanft aus dem Weg geräumt. „Er hat mich auf einer vereisten Stelle einfach von der Strecke in ein Loch gedrückt“, schimpfte Giordano über die Wildwest-Methode von Suarez.

Auch für Maximilian Koch zahlte sich die Wahl von Spikes in diesem Moment aus. Er konnte auf der elften Prüfung in seinem Skoda Fabia S2000 die neuntschnellste RC2-Zeit fahren. Routinier Francois Delecour klagte unterdessen über die Unerfahrenheit der Konkurrenz. „Auf der Prüfung zuvor habe ich drei Autos überholen müssen“, klagte der Franzose.

Zwischenstand nach WP10

1.Ogier / IngrassiaVolkswagen Polo R WRC02:12:39.1
2.Meeke / NagleCitroën DS3 WRC+00:30.2
3.Latvala / AnttilaVolkswagen Polo R WRC+01:43.5
4.Mikkelsen / JaegerVolkswagen Polo R WRC+02:03.4
5.Neuville / GilsoulHyundai i20 WRC 16+02:35.1
6.Östberg / FloeneFord Fiesta RS WRC+04:00.0
7.Lefebvre / MoreauCitroën DS3 WRC+06:02.4
8.Bouffier / BellottoFord Fiesta RS WRC+06:47.1
9.Tänak / MõlderFord Fiesta RS WRC+08:24.8
10.Sordo / MartíHyundai i20 WRC 16+10:08.1

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