Monte nach WP2: Meeke übernimmt Führung

Kris Meeke heißt der Führende nach den ersten beiden Prüfungen der Rallye Monte Carlo. Der Citroën-Pilot lieferte sich ein sehenswertes Duell mit Sebastien Ogier, während der Rest des Felds bereits deutlich zurückliegt. Enttäuschend verlief das Debüt des neuen Hyundai i20 WRC.

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Kris Meeke heißt der Führende nach den ersten beiden Prüfungen der Rallye Monte Carlo. Der Citroën-Pilot lieferte sich ein sehenswertes Duell mit Sebastien Ogier, während der Rest des Felds bereits deutlich zurückliegt. Enttäuschend verlief das Debüt des neuen Hyundai i20 WRC.

Kris Meeke strahlte über beide Ohren. „Das fühlt sich richtig gut an!“, bejubelte der Citroën-Pilot seine erste Bestzeit, die ihn an die Spitze der Gesamtwertung beförderte. Fast wäre ihm die Sache bereits auf der ersten Prüfung der Rallye Monte Carlo gelungen, doch ein kleiner Dreher kostete die entscheidenden Sekunden und brachte zunächst Sebastien Ogier nach vorne. Doch auf dem zweiten Wertungsabschnitt, der im Gegensatz zur komplett trockenen Auftaktprüfung viele vereiste Stellen aufwies, schlug die Stunde von Meeke. Über 11 Sekunden knöpfte er Ogier ab und verdrängte ihn auf die zweite Position. „Die letzten Kilometer waren entscheidend, denn dort gab es sehr viel Eis und Schnee“, so Meeke, der wie die meisten seiner Kollegen für diese Prüfung zwei superweiche Reifen und zwei spikebesetzte Winterpneus über Kreuz montierte. „Damit bin ich sehr gut zurechtgekommen.“

Andreas Mikkelsen kann sich auf dem dritten Rang behaupten, hat aber bereits einen Rückstand von 20 Sekunden. Hinter ihm folgt Thierry Neuville im neuen Hyundai i20 WRC. „Ich war einfach zu vorsichtig“, gab der Belgier zu und erinnerte an sein kurzes Hyundai-Debüt vor zwei Jahren, als er bereits auf der ersten Prüfung abflog. „Ich wollte nicht schon wieder am ersten Tag raus sein.“

Im Lager der Koreaner machte sich nach den ersten Ergebnissen leichte Enttäuschung breit. Das Team hatte sich mehr vom neuen Auto erhofft, mit dem man um den Titel kämpfen will. Vor allem Dani Sordo zeigte am Abend Nerven und liegt bereits 51,8 Sekunden zurück. „Zu Beginn war ich mit dem Handling unseres Auto nicht zufrieden“, erklärte der Spanier. Dass ausgerechnet Hayden Paddon im alten i20 WRC auf dem vierten Platz liegt, dürfte für die angeknackste Psyche von Sordo nicht förderlich sein. Paddon hatte sich im Gegensatz zur Konkurrenz zwei Winterreifen ohne Spikes eingepackt und diesen Trumpf konnte er ausspielen.

Auch Mads Östberg hatte sich bei seiner Rückkehr in den Ford Fiesta WRC mehr vorgenommen, klagte aber über Probleme durch seinen veränderten Aufschrieb. Mit 35,3 Sekunden beendete er die erste Etappe als Sechster und kann sich nur knapp vor Jari-Matti Latvala behaupten, der aus Angst vor einem Fahrwerksschaden auf der zweiten Prüfung einen Gang zurückschaltete. „Wir haben irgendetwas getroffen und ich dachte die Aufhängung wäre beschädigt. Deshalb bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen“, sagte der Finne. Robert Kubica ist Achter und vermutet ein Problem mit seinem Ford Fiesta WRC. „Generell ist das Gefühl im Auto in Ordnung. Doch seit dem Shakedown mache ich mir Sorgen über die Motorleistung. Ich fahre gut und weiß nicht, wo ich die Zeit verliere“, sagte der Pole.

WRC2: Kremer auf Platz 3

In der WRC2 kann Armin Kremer seine Erfahrungen bei der Monte ausspielen und belegt im Skoda Fabia R5 den dritten Rang. Es führt Junior-Weltmeister Quentin Gilbert im Citroën DS3 R5, vor Julien Maurin in einem weiter Skoda Fabia R5. Topfavorit Elfyn Evans fing sich schon auf der ersten Prüfung einen zeitraubenden Reifenschaden ein, konnte sich aber anschließend mit einer beeindruckenden Bestmarke wieder nach vorn arbeiten und ist hinter Altmeister Francois Delecour schon wieder Fünfter. Evans hätte nach eigenen Angaben sogar noch schneller sein können, wenn ihn Citroën-Pilot Quentin Giordano nicht aufgehalten hätte. Skoda-Junior Maximilian Koch hat seine ersten beiden Monte-Prüfungen ebenfalls gemeistert und belegt im RC2-Feld den 16. Platz.

Zwischenstand nach WP2

1. Meeke / Nagle Citroën DS3 WRC 25:32.1
2. Ogier / Ingrassia Volkswagen Polo R WRC +6.9
3. Mikkelsen / Jaeger Volkswagen Polo R WRC +20.0
4. Neuville / Gilsoul Hyundai i20 WRC '16 +31.4
5. Paddon / Kennard Hyundai i20 WRC +34.9
6. Östberg / Flöene Ford Fiesta RS WRC +35.3
7. Latvala / Anttila Volkswagen Polo R WRC +38.7
8. Kubica / Szczepaniak Ford Fiesta RS WRC +45.8
9. Lefebvre / Moreau Citroën DS3 WRC +48.6
10. Sordo / Martí Hyundai i20 WRC '16 +51.8

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Am Freitag stehen nördlich von Gap drei jeweils zweimal zu fahrende Prüfungen auf dem Programm. Los geht es um 10:21 Uhr mit der 14,5 Kilometer langen Strecke von Corps nach La Salle en Beaumont. Insgesamt erwarten die Fahrer morgen 116 Wertungskilometer. „Es ist schwierig zu sagen, wie morgen die Bedingungen werden. Wir haben auf der Verbindungsetappe gesehen, dass die Außentemperatur bereits auf -9 Grad gefallen war. Wir dürften also zu Beginn einige Stellen mit dem gefürchteten schwarzen Eis haben“, blickt Spitzenreiter Meeke auf die Etappe voraus.

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