Volkswagen: Capito-Nachfolge weiter offen

Jost Capito wird künftig für McLaren arbeiten. Weiterhin unklar ist, wer sein Nachfolger bei Volkswagen wird. Solange das nicht geklärt ist, wird er weiterhin für die Niedersachsen tätig sein.

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  • Jost Capito mit Jari-Matti Latvala und Sebastien Ogier

    Jost Capito mit Jari-Matti Latvala und Sebastien Ogier

Jost Capito wird künftig für McLaren arbeiten. Weiterhin unklar ist, wer sein Nachfolger bei Volkswagen wird. Solange das nicht geklärt ist, wird er weiterhin für die Niedersachsen tätig sein.

Kurz vor dem Saisonstart wurde der Wechsel von Volkswagen-Motorsportchef Jost Capito zu McLaren offiziell bekanntgeben. „Es war die schwerste Entscheidung in meiner Karriere und es wird die größte Herausforderung in meiner Karriere“, gab der 57-jährige zu. „Aber die Chance, das McLaren-Team zu leiten, lehnt man nicht ab.“

Weiterhin unklar ist jedoch, wer seine Nachfolge bei Volkswagen Motorsport antritt. Capito rechnet damit, dass die Suche nach einem passenden Kandidaten noch eine Weile dauern wird, möglicherweise sogar bis Mai. „Ich werde die nächsten drei oder vier WM-Läufe sicherlich noch dabei sein. Es könnte auch länger dauern“, sagte Capito. „Erst wenn die Sache gelaufen ist und ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, werde ich gehen.“

Er betonte noch einmal, dass sein Wechsel nichts mit dem VW-Abgasskandal zu tun hat: „Meine Entscheidung ist einzig und allein mit der neuen Herausforderung bei McLaren begründet. Das ist keine Situation, die in den vergangenen drei Monaten wegen des Abgasskandals entstanden ist. Aber die aktuelle Lage bei Volkswagen hat es mir natürlich nicht leichter gemacht, gerade jetzt das Team zu verlassen.“

Capito war im Mai 2012 zu Volkswagen Motorsport gewechselt und führte das WRC-Projekt, das von seinem Vorgänger Kris Nissen maßgeblich initiiert wurde, zum mittlerweile erfolgreichsten Motorsportprogramm des Konzerns. Dass sein Abschied von Volkswagen ein erstes Zeichen auf einen WM-Ausstieg von Volkswagen sei, wies Capito noch einmal zurück: „Wir haben eine Zusage bis Ende 2019, daran hat sich nichts geändert. Eine Garantie ist das natürlich nicht.“

In den letzten Wochen stieß Capito die von der Konzernspitze geforderten Einsparungen an, diese hätten aber keine Auswirkungen auf die Konkurrenzfähigkeit des Teams, oder auf die Entwicklung des neuen World Rally Cars. Der Polo R WRC 2017 würde weiter im gesetzten Zeitplan liegen. Während im Moment erste Komponenten in einem modifizierten Testträger erprobt werden, der noch auf dem aktuellen Fahrzeug basiert, soll der erste komplett nach 2017er Regeln aufgebaute Polo WRC im Spätsommer bereit sein. Auch auf die Team-Aufstellung hätten die angeschobenen Sparmaßnahmen keine Auswirkung. „Wir planen auch in Zukunft mit drei Autos an den Start zu gehen“, so Capito. Alles unter der Voraussetzung, die neue VW-Chefetage zieht angesichts der drohenden Strafzahlungen nicht doch noch vorzeitig den Stecker.