Capito: Mit Shootout gegen die Formel-1

Volkswagen-Motorsportchef Jost Capito ist weiterhin davon überzeugt, dass durch die Einführung des sogenannten 'Shootouts' die Rallye-WM den nötigen Schub bekommen hätte, um im Fernsehen gegen die Formel-1 zu bestehen.

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  • Jost Capito will mehr Spannung im Finale eines WM-Laufs erzeugen

Volkswagen-Motorsportchef Jost Capito ist weiterhin davon überzeugt, dass durch die Einführung des sogenannten 'Shootouts' die Rallye-WM den nötigen Schub bekommen hätte, um im Fernsehen gegen die Formel-1 zu bestehen.

Es gab verschiedene Ansätze, das Finale eines WM-Laufs neu zu gestalten. Eine Idee war es, die Zeitabstände vor der letzten Prüfung durch zehn zu teilen. In Mexiko hätte dies bedeutet, dass der Vorsprung von Spitzenreiter Jari-Matti Latvala nicht eine Minute, sondern nur sechs Sekunden bedeutet hätte. Die abschließende Power-Stage hätte damit die Spannung garantiert, die für eine erfolgreiche Live-Show im Fernsehen offenbar notwendig ist. 

Aus Sicht von VW-Sportchef Jost Capito ist dieser Kniff die einzige Möglichkeit für die Rallye-WM, aus dem Schatten der Formel-1 herauszutreten. „Ich bin fest davon überzeugt und glaube, dass die Rallye-WM dadurch den entscheidenden Schub bekommen hätte, weltweit noch populärer zu werden und noch mehr Anhänger zu finden“, sagte Capito, der diese Lösung sogar für sportlicher hält, als die aktuelle Startreihenfolge. Durch die künstliche Reduzierung der Abstände hätte WM-Spitzenreiter Sebastien Ogier sogar die Möglichkeit gehabt, die Rallye Mexiko noch zu gewinnen, obwohl er an den ersten beiden Tagen als Straßenkehrer massiv Zeit verloren hatte und dadurch um jede Siegchance gebracht wurde.

Bei den eingefleischten Rallyefans kam die Idee dennoch nicht gut an. Selbst FIA-Präsident Jean Todt schritt in der entscheidenden Sitzung der Rallye-Kommission höchstpersönlich ein, um die Umsetzung zu verhindern.  

„Man muss polarisieren, um Veränderungen zu schaffen. Zudem muss man sich bewusstmachen, dass sich meistens nur die äußern, die dagegen sind. Diejenigen, die dafür sind, sagen nichts“, sagte Capito. „Man hat der FIA auch vorgeschlagen, dass man das System bei ein oder zwei Rallyes testet, damit sich die Leute etwas darunter vorstellen können. Bei mir ist die Idee über zehn Jahre gereift und ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht. Wenn wir es geschafft hätten, das System in der Praxis zu zeigen, wären auch die Zweifler davon überzeugt gewesen.“

Capito hatte sich erhofft, durch die TV-Übertragung am Sonntag neue Fans für die Weltmeisterschaft zu finden, die sich dann auch für den gesamten Verlauf der Rallye interessiert hätten. Obwohl das Shootout nicht kam, sieht der VW-Sportchef, der in Kürze in die Formel-1 wechseln wird, die Rallye-WM gut aufgestellt. „Durch den Einstieg von Toyota hat man neben Volkswagen, Hyundai und Ford die größten Hersteller an Bord. Das hat es noch nie gegeben“, sagte Capito. Auch ohne ‚Shootout’ scheint es offenbare handfeste Vorteile für die Rallye-WM zu geben.

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