Hirvonen gewinnt Portugal-Drama

Ohne eine einzige Bestzeit gewinnt Mikko Hirvonen die turbulente Rallye Portugal und feiert seinen ersten Erfolg im Citroën DS3 WRC. Gleichzeitig übernimmt der Finne die Führung in der Weltmeisterschaft.

01.04.2012 16:01 Autor:  Michael Heimrich
  • SO SEHEN SIEGER AUS: Mikko Hirvonen trotze den Elementen und gewinnt die Rallye Portugal

    SO SEHEN SIEGER AUS: Mikko Hirvonen trotze den Elementen und gewinnt die Rallye Portugal

Das Finale passte zum gesamten Wochenende. Pünktlich zum Start der abschließenden Power-Stage zogen noch einmal dunkle Wolken auf und heftiger Regen setzte ein. Dani Sordo gehörte zu jenen Glückspilzen, die noch eine trockene Strecke vorfanden. Der Mini-Pilot wusste den Vorteil zu nutzen und holte sich die Bestzeit - nur drei Zehntel vor Jari-Matti Latvala - und drei Zusatzpunkte für die Weltmeisterschaft. Für Sordo eine kleine Wiedergutmachung für all die Rückschläge, die er seit Donnerstagabend erleiden musste. Der Spanier konnte erneut beweisen, dass der Mini konkurrenzfähig ist, "jetzt müssen wir nur die nötigen Mittel finden um mehr Rallyes zu bestreiten", erklärte er.

 

An der Spitze änderte sich nichts mehr. Mikko Hirvonen holte sich gemeinsam mit Co Jarmo Lehtinen den Sieg und übernahm die Führung in der Weltmeisterschaft. "Es war eine sehr schwierige Rallye und die längste, die wir je hatten. Aber jetzt fühlt es sich richtig gut an", jubelte Hirvonen im Ziel. "Wir haben genau das gemacht, was wir machen mussten. Am Freitag war es enorm schwierig, aber ich habe mich zusammengerissen und es hat sich gelohnt!"

 

Mads Östberg brachte Rang zwei nach Hause und Evgeny Novikov steht als Dritter zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Podium. Vor allem für seinen Beifahrer Denis Giraudet ein besonderer Moment. Der 56-jährige ist der älteste Copilot, der je auf einem WM-Treppchen stand und das neben dem jüngsten Fahrer, der dieses Kunststück schaffte. Novikov musste um seinen bislang größten Erfolg bis zum Schluss zittern. Ein abgerissenes Gaspedal konnte der Ford-Pilot zwei Prüfungen vor dem Ende nur notdürftig reparieren, von hinten holte Petter Solberg immer weiter auf. Doch der junge Russe behielt die Nerven und rettete seinen dritten Rang ins Ziel. "Auf diesen Moment habe ich sehr lange warten müssen", strahle Novikov. 

 

Solberg hatte sich unterdessen Chancen auf den Gewinn der Power Stage ausgerechnet. Doch er geriet in den starken Regen und war auf der verschlammten Prüfung chancenlos. "Leider haben wir diese zusätzlichen Punkte nicht gewinnen können. Aber wir haben wichtige Zähler für die Meisterschaft geholt. Nach unserem Missgeschick am Freitag sollten wir damit zufrieden sein", sagte der Norweger.

 

Nasser Al-Attiyah konnte sich auf den letzten Kilometern noch an Martin Prokop vorbeikämpfen und Platz fünf zurückzuholen. Eine Prüfung zuvor hatte der Katari durch einen Reifenschaden wertvolle Zeit verloren. Die WP22 sorgte auch bei anderen Teams für genügend Aufregung. Mini-Pilot Patrik Sandell flog erneut von der Strecke. Markenkollege Armindo Araujo fing sich ebenso einen Reifenschaden ein, wie Thierry Neuville, den es gleich zwei Mal erwischte. Anschließend kämpfte der Belgier um den Verbleib in der Rallye, denn er hatte keinen Ersatzreifen mehr und musste mit einem Plattfuß 70 Kilometer zurück in den Service fahren. "Hoffentlich komme ich dort an", so der 23-jährige. Glück im Unglück: Auch diese Aufgabe schaffte Neuville. Eine Stunde nach der Power-Stage konnte das Citroen-Team Entwarnung geben. Der Youngster war sicher angekommen.

 

Vor Neuville platzierte sich Sebastien Ogier als bester S2000-Pilot auf dem achten Rang. Die SWRC-Wertung gewann Haydon Paddon (Skoda) vor Maciej Oleksowicz (Ford).

  

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