Heißer Herbst für Wiegand

Sepp Wiegand reist perfekt vorbereitet zum DRM-Finale ins Saarland. Von dort aus geht es weiter nach Frankreich zum zweiten Einsatz in der WM-Akademie, um anschließend in Bayern um den Masters-Titel zu kämpfen. Der 20-Jährige will sowohl Fans als auch Experten von seinem Können überzeugen.

20.09.2011 14:54 Autor: Michael Heimrich
  • STARKE SAISON: Sepp Wiegand kann sich als Spitzentalent etablieren

    STARKE SAISON: Sepp Wiegand kann sich als Spitzentalent etablieren

Sepp Wiegand und Claudia Harloff wechseln zum DRM-Finale vom Suzuki Swift auf den Ford Fiesta R2. In Division 4 treffen die beiden Sachsen auf den Favoriten und Lokalmatador Lars Mysliwietz. „Er und sein Co Oliver Schumacher haben nicht nur viel Erfahrung, beide kennen auch die Strecken im Saarland bestens“, erklärt Sepp Wiegand. Doch chancenlos ist der Youngster auf keinen Fall, schließlich konnte er sich mit seinem Ford Fiesta R2 bei den beiden DRM-Wertungsläufen im Rahmen der Rallye Deutschland gegen den Seriensieger im Citroën C2R2max durchsetzen. „Wir fahren nicht auf Ankommen. Wir wollen die bei der Rallye Deutschland gewonnen Erkenntnisse umsetzen und um den Sieg in der Division mitfahren“, formuliert der Nachwuchspilot seine Zielstellung. Wiegand liegt nach sechs Wertungsläufen mit 134 Punkten auf dem dritten Platz der Deutschen Rallye Meisterschaft und hat somit gute Chancen im Wettstreit um eine Podiumsplatzierung.

 

Für Wiegand steht im Saarland aber nicht nur der Kampf um den Vizemeistertitel in der DRM im Mittelpunkt, sondern vielmehr will sich der Rallyepilot optimal auf den Wettstreit mit den internationalen Nachwuchspiloten in der WM-Akademie vorbereiten. Nach der Premiere im Rahmen der Rallye Deutschland geht der Youngster beim WM-Lauf in Frankreich (30.9. - 2.10.) erneut an den Start. „Bei der Rallye du Rouergue haben wir bereits einen Eindruck von den anspruchsvollen französischen Prüfungen bekommen. Die Teilnahme am WM-Lauf ist für uns eine große Herausforderung. Wir werden unser Bestes geben, um ein weiteres gutes Resultat einzufahren“, erklärt Wiegand voller Vorfreude.

 

Planungen für 2012 laufen

 

Für den Youngster könnte der erneute Auftritt in der WM-Akademie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollständigen Saison in der WM-Nachwuchsserie sein. „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr regelmäßig in der WM-Akademie fahren können. Die Strecken, die es in der Weltmeisterschaft gibt, sind mit denen in Deutschland einfach nicht zu vergleichen und da lernt man eben unheimlich viel“, berichtet Wiegand. Aber genaueres kann er derzeit nicht sagen: „Der Rallyesport ist sehr kostenintensiv und daher sind wir ständig auf der Suche nach Sponsoren. Mein Team gibt auf alle Fälle sein Bestes, um mir eine Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft zu ermöglichen.“

 

Argumente für potentielle Sponsoren liefert der 20-Jährige nahezu wöchentlich. Bereits in seiner ersten Rallyesaison ist Wiegand im ADAC Rallye Junior Cup auf Meisterkurs. Im kleinen Suzuki Swift feierte der schnelle Youngster bei fünf Starts den fünften Divisions-Sieg. Mit einem der leistungsschwächsten Fahrzeuge im Feld fuhr er beim ersten Finallauf bis auf den siebten Gesamtrang nach vorne. "Ich hätte bei der Starterliste nie geglaubt, dass ich neben den Punkten für den Divisions-Sieg auch noch zwei Zusatzpunkte für die Gesamtwertung erreichen könnte", strahlte der Nachwuchspilot, der neben dem möglichen Titel im ADAC Junior Cup sogar Chancen auf den Sieg im ADAC Rallye Masters hat.

 

Chance auf ADAC Rallye Masters-Titel

 

Vor dem Finale bei der ADAC 3-Städte-Rallye (21. - 22.10.) führt Wiegand die Meisterschaft des Rallyenachwuchses mit 105 Punkten deutlich an. 23 Zähler zurück liegt der ebenfalls 20-jährige Valentin Hummel. Im ADAC Rallye Masters liegt der Youngster mit 6 Punkten Rückstand auf den führenden Holger Knöbel auf dem 2. Platz. "Mit dem Suzuki ist es eigentlich unmöglich, am Ende das ADAC Rallye Masters zu gewinnen. Dafür sind die weitaus stärkeren Fahrzeuge einfach zu sehr im Vorteil und es ist schwer, mit dem kleinen Auto bei normalen Bedingungen in die Gesamtpunkte zu fahren. Naja, vielleicht schneit oder regnet es aus Kübeln, da kann ich meinen PS-Nachteil ein wenig wegfahren. Wir werden alles geben, um im Masters eine gute Platzierung zu erreichen. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem ADAC Rallye Junior Cup", erklärt Wiegand abschließend.