Knöbel gewinnt Sekundenschlacht

Holger Knöbel und Thomas Mönkemöller gewinnen im Subaru Impreza WRX dieRallye Stemweder Berg. Sepp Wiegand erobert die Führung im Masters zurück.

19.06.2011 15:29 Autor:  Michael Heimrich
  • SIEG: Holger Knöbel setzt sich durch

    SIEG: Holger Knöbel setzt sich durch

Der Kampf um den Titel im ADAC Rallye Masters der Saison 2011 bleibt spannend: Nach dem vierten Lauf gab es den vierten Führungswechsel. Mit dem 20-jährigen Sepp Wiegand (Suzuki Swift) übernahm nun einer der jüngsten Teilnehmer in einem der schwächsten Fahrzeuge erneut die Führung. „Nachdem ich beim letzten Lauf die Führung abgeben musste, hatte ich natürlich gehofft, nochmals an die Spitze zu kommen“, strahlte der Youngster, der gleichzeitig seine Führung im ADAC Rallye Junior Cup weiter ausbauen konnte. „Es ist ein tolles Gefühl, mit dem kleinen Suzuki bei den ‚Großen’ mitzumischen. Wie es letztlich ausgeht, weiß noch keiner, aber es wird sicherlich sehr spannend.“

 

Niklas Birr musste die im Saarland eroberte Führung wieder abgeben, da er im Renault Clio R3 access diesmal nur auf den dritten Divisionsplatz fahren konnte, „das war nicht unsere Rallye, für unser Auto ging es hier zu viel geradeaus. Aber in der Masters-Wertung ist noch alles offen.“ Der Hesse Udo Schiffmann festigte im BMW M3 mit dem vierten Gesamtrang seinen dritten Platz in der Masters-Wertung. „Die Reifenwahl war hier manchmal wie ein Roulette-Spiel, einmal lagen wir tüchtig daneben. Aber ich bin sehr zufrieden, beim vierten Lauf nacheinander gepunktet, jetzt können wir uns beim fünften Vorlauf noch weiter verbessern.“

 

Henrik Hanser sicherte sich im BMW 318is wieder den Sieg in der Division 5 und schob sich punktgleich mit Olaf Müller (BMW 320is) auf den fünften Masters-Rang. „Für den bescheidenen Beginn mit unseren Kühlerproblemen heute morgen ist das Resultat doch top“, freute sich Hanser, auch Müller war zufrieden, „die defekte Kardanwelle hat bis ins Ziel gehalten, da war viel Glück dabei.“ Holger Knöbel und Johnny Pedersen schoben sich mit ihren Top-Resultaten in die Top-Ten und erhielten sich so ihre Chancen auf den Masters-Titel.

 

Trotz der vielen bisherigen Erfolge, eines fehlte Holger Knöbel noch: Der Sieger des ADAC Rallye Junior Cup 2001 feierte beim Heimspiel in Stemwede seinen ersten Gesamtsieg und das machte ihn erst einmal sprachlos. „Ich weiß noch gar nicht, was ich jetzt sagen soll und wie ich mich fühle – frag mich morgen noch einmal.“ Zuvor hätte er im Subaru-Allradler am liebsten einen Regentanz aufgeführt, um so die Traktionsvorteile gegenüber dem frontangetriebenen Golf von Imhoff nutzen zu können. Es war dann auch ein Regenschauer auf WP 5, der ihm den kleinen Vorsprung verschaffte, der zum Sieg reichte. „Ich gönne Holger den Sieg wirklich, Es ist ein tolles Gefühl, seinen ersten Gesamtsieg zu feiern“, freute sich der knapp unterlegene Guido Imhoff. „Wir hatten den ganzen Tag einen harten Kampf, aber auch viel Spaß miteinander – so ist halt Rallye. Und so einfach wollten wir uns die Wurst nicht vom Brot nehmen lassen.“

 

Nach zwei Nullrunden sahen auch Timo Grätsch/Alexandra Gawlick im BMW M3 auf Gesamtrang sechs wieder die Zielflagge. „Auf der vierten Prüfung ist uns endlich die erste Divisionsbestzeit für dieses Jahr gelungen, das tut der Rallye-Seele richtig gut.“ Weniger gut ging es einigen anderen Kandidaten auf den Gesamtsieg. Klaus Osterhaus musste seinen Mitsubishi Lancer ohne Vortrieb im WP 4 abstellen und schon eine Prüfung früher erwischte es Walter Gromöller, der seinen Opel Ascona 400 nach einem Überholvorgang ins Aus katapultierte.

 

ADAC Rallye Junior Cup

 

Mit dem vierten Divisionssieg in Folge baute Sepp Wiegand seine Führung im ADAC Rallye Junior Cup weiter aus. Mit diesem Erfolg im Ziel der ADAC Rallye Stemweder Berg eroberte der 20-jährige Sachse auch die Führung im Rallye Masters zurück. Mit Co-Pilotin Claudia Harloff fuhr er im kleinen Suzuki Swift im Feld der 58 Starter auf den 17. Gesamtrang. „Es ist ein tolles Gefühl, im Junior Cup vorne zu sein. Das ist auch mein Saisonziel. Das ich jetzt aber auch die Masters Gesamtführung zurückerobern konnte, ist einfach genial“, strahlte Wiegand im Ziel.

 

Mit Platz zwei hinter dem Sachsen in der Division 6 festigte der ebenfalls 20-jährige Thomas Bareuther seinen zweiten Platz bei den ADAC Junioren. „Der angekündigte Regen wäre mir lieber bewesen. Es hat hier eigentlich alles gepasst, ich war nur zu langsam um Sepp ernsthaft zu attackieren“, erklärte der Vorjahres-Vize bei den ADAC Youngstern. Den dritten Divisionsplatz – ebenfalls auf einem Suzuki Swift – belegte Marcel Wendt aus Stemwede. Der 23-jährige Lokalmatador schob sich damit auf den vierten Platz im ADAC Rallye Junior Cup. Platz drei verteidigte Valentin Hummel, der im BMW 120d die Diesel-Division gewann und auf den 15. Gesamtrang fuhr. Da in seiner Division jedoch nicht genügend Fahrzeuge starteten, erhielt der 20-jährige Bensheimer nur 10 statt 20 Punkte für den Divisionssieg, „trotzdem hat es riesigen Spaß gemacht.“

 

Der nächste Lauf zum ADAC Rallye Masters und dem ADAC Rallye Junior Cup findet vom 1. bis 2. Juli 2011 bei der ADAC Rallye Niedersachsen rund um Osterode am Harz statt.


Ergebnis ADAC Rallye Stemweder Berg
01. Holger Knöbel/Thomas Mönkemöller, Subaru Impreza, Div. 4 1:02:29,8
02. Guido Imhoff/Sebastian Walker, VW Golf Kit-Car, Div. 3 + 0:08,4
03. Johnny Pedersen/Jenny Gäbler, BMW M3, Div. 2 + 1:02,5
04. Udo Schiffmann/Michael Knaack, BMW M3, Div. 2 + 1:20,3
05. Olaf Müller/Henrik Grünhagen, BMW 320is, Div. 3 + 1:39,5
06. Timo Grätsch/Alexandra Gawlick, BMW M3, Div. 2 + 2:19,7
07. Niklas Birr/Nico Eichenauer, Renault Clio R3 acces, Div. 3 + 2:45,4
08. Jörg-Axel de Fries/Uwe Walz, Mitsubishi Lancer E10, Div. 4 + 2:49,2
09. Armin Holz/Thomas Schöne, VW Golf Kit-Car, Div. 3 + 2:57,2
10. Kai-Dieter Kölle/Bianca Hutzfeld, Porsche 911 Carrera, Div. 2 + 3:02,6


ADAC Rallye Masters 2011 Stand nach 4 von 5 Vorläufen

1 Wiegand, Sepp 83; 2 Birr/Eichenauer 79; 3 Schiffmann/Knaack 71; 4 Bareuther/Schöpf 60; 5 Müller, Olaf/Grünhagen 58; 5 Hanser/Rödiger 58
7 Pedersen/Gäbler 51; 7 Knöbel, Holger 51; 9 Hummel/Geyer 42; 10 Albert/Suling 39