Reindl Schnellster - Ramonat Sieger

Ein Fehler an der Zeitkontrolle sorgt bei der 42. Ausgabe der ADMV-Osterburg-Rallye des MC Weida für Turbulenzen. Trotz sechs Bestzeiten verlieren Rudi Reindl und Michael Ehrle den sicher geglaubten Sieg an Raphael Ramonat und Steffen Schmidt, die auf drei Rädern das Ziel erreichen!

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  • SIEG: Raphael Ramonat und Steffen Schmidt gewinnen die Osterburg-Rallye

    SIEG: Raphael Ramonat und Steffen Schmidt gewinnen die Osterburg-Rallye

Ein Fehler an der Zeitkontrolle sorgt bei der 42. Ausgabe der ADMV-Osterburg-Rallye des MC Weida für Turbulenzen. Trotz sechs Bestzeiten verlieren Rudi Reindl und Michael Ehrle den sicher geglaubten Sieg an Raphael Ramonat und Steffen Schmidt, die auf drei Rädern das Ziel erreichen!

Rudi Reindl und Michael Ehrle schocken die Konkurrenz gleich auf der ersten kurzen Prüfung durch Hainsberg, als sie dem schnellsten Konkurrenten mehr als fünf Sekunden auf dem 3,5-km-Sprint abnehmen. Auch die zweite Prüfung durch Hirschfeld, die sogar 220 Meter Schotter enthält, gewinnen der Bayer und der Thüringer, der den Mitsubishi auch vorbereitet, klar. Dann liegt die Königsprüfung vor den Teams, mit 9,9 km Länge und den drei Ortsdurchfahrten in Grochwitz, Rohna und Schömberg ein Knaller, der in der 200er-Szene seinesgleichen sucht. Reindl knallt die dritte Bestzeit auf den Asphalt und erreicht die Halbzeitpause in Steinsdorf mit 19 Sekunden Vorsprung auf Ramonat und 33 Sekunden auf Matthias Koch im Gruppe-N-Mitsubishi.

 

Die Königsprüfung sorgt beim zweiten Durchgang für ein dramatisches Finale. Spitzenreiter Reindl lupft den Gasfuß nicht einen Millimeter und rutscht zwei Kilometer vor dem Ziel ausgangs einer schnellen Linkskurve in den Graben - mit so viel Dampf, dass er mit etwas Glück wieder auf die Landstraße findet und die sechste Bestzeit setzt. Sein Vorsprung bei Erreichen des Ziels wächst auf mehr als eine Minute, denn Raphael Ramonat fängt sich schon kurz nach dem Start zum finalen Marathon einen Plattfuß ein und muss zwei Drittel auf der Felge zurücklegen. Mit abenteuerlich schlingernden Lancer, aber nur einer halben Minute Zeitverlust rast der schwarz-grüne Mitsubishi durch die Lichtschranke und humpelt die letzten zwei Kilometer ins Parc Fermé. Dabei verteidigt er sogar Platz 2, weil der drittplatzierte Matthias Koch seinen Lancer im ersten Drittel der Prüfung in ein Kornfeld abrollt.

 

Für eine halbe Stunde gehen alle von einem Osterburg-Triumph von Reindl und Ehrle aus. Doch dann sorgt die Auswertung der Bordkarten für einen Paukenschlag: Michael Ehrle hat an der Zeitkontrolle vor der WP 4 nicht aufgepasst und zwei Minuten zu früh gestempelt. Jetzt reicht auch der Riesenvorsprung von 65 Sekunden nicht mehr, zwei Strafminuten werfen Reindl/Ehrle auf Rang 6 zurück. Dadurch erben Raphael Ramonat und Steffen Schmidt den Sieg in Ostthüringen. „Rudi Reindl war heute ganz klar der Schnellste“, gibt Steffen Schmidt bei der Siegerehrung unumwunden zu. „Heute haben wir mal Glück gehabt. Raphael wusste nicht, wie lange das Getriebe die Fahrt auf drei Reifen mitmacht. Und ich habe jedesmal Schweißperlen auf die Stirn bekommen, wenn wieder ein Stück Reifen an meinem Seitenfenster vorbeigeflogen ist.“

 

Für eine große Überraschung sorgen Marcus Ederer und Rainer Viehbeck. Der zweimalige NAVC-Meister lässt seinen kohlrabenschwarzen BMW M5 aus dem Jahr 1984 richtig fliegen, macht keinen Fehler und setzt die Alpina-Power optimal ein. Am Ende stehen die beiden Niederbayern als Zweitplatzierte auf der Bühne neben Ramonat und Schmidt. Den dritten Podiumsrang holen sich die fränkischen Routiniers Reinhard Honke und Mario Nitsche im Subaru aus der Gruppe CTC.

 

Das Verfolgerfeld wird auf den schnellen und anspruchsvollen Wertungsprüfungen im ostthüringischen Bergland kräftig gerupft. Acht Jahre nach seinem siebenten Osterburg-Gesamtsieg kommt Norbert Moufang im Kadett-Coupé wieder zurück in den 400-Seelen-Ort Steinsdorf. Auf Platz 3 liegend rollt der Hesse nach der dritten Prüfung mit Motorproblemen aus. Das gleiche Schicksal ereilt zur gleichen Zeit Ron Schumann, der seinen Gruppe-H-Lancer mit technischem Defekt neben der Rallye-Wiese abstellt.

 

Mit einem tollen vierten Gesamtrang und vor allen Turbos gewinnen Mark Muschiol und Julia Siegel die Gruppe N/F im Renault Clio Ragnotti vor Stefan Laun im Astra und Tobias Kiencke im BMW. Bei den seriennahen 1600ern feiert der Chemnitzer Lars Keller im VW Polo den Klassensieg vor dem Lausitzer Mirko Graf im Citroen Saxo, der dadurch die Führung in der ADMV-Rallye-200-Meisterschaft übernimmt. Die Gruppe-H-Autos bleiben hinter den N/F-Fahrzeugen zurück. In der 2-Liter-Klasse muss der führende Bayer Jürgen Bachhäubl sich noch auf der letzten Prüfung dem Thüringer Andre Müller im Breitspur-Clio geschlagen geben; die beiden Golf I der einheimischen Fahrer Marcel Vetter und Stefan Gersdorf folgen dichtauf. Die 1600er Klasse gewinnt der Grünhainer Jörg Trültzsch im Peugeot 205 mit lediglich zwei Zehntel Vorsprung vom dem Corsa-B-Piloten Sirko Treichel, ebenfalls erst auf den letzten Metern vor dem Ziel. Einen Polo-Doppelsieg erlebt die 1300er-Klasse mit den Coupés von Lars Meyer und André Daßler auf den beiden ersten Plätzen. Fünf Wartburg starten in diesem Jahr und wecken Erinnerungen an alte Osterburg-Zeiten; Colin Detzner gewinnt den Sonderpreis im Viertakt-Wartburg gegen je zwei Markenkollegen mit Viertakt- und mit Zweitakt-Motoren. In der Trabant-Klasse ist gegen Mario Keller kein Kraut gewachsen; Michael Kaiser und Andreas Schramm haben das Nachsehen. Immerhin elf der kleinen Zweitakt-Renner stehen am Start – und alle im Ziel!

 

Die Ausfallquote bleibt mit 20% relativ niedrig, 82 Fahrzeuge stehen im Parc Fermé. Etliche Ausritte sorgen für Blech-, aber keinerlei Personenschäden. Dadurch entstehen ebenso Lücken im Feld wie durch eine defekte Bahnschranke und einen Bauern, der seinen Trecker querstellt, weil 60 Zuschauerautos auf seiner stehen, bis ihn Rallyeleiter Willy Naumann eine kleine Entschädigung in Aussicht stellt. Trotzdem startet die Siegerehrung (mit sehr vielen Pokalen) so pünktlich, dass einige Pokalgewinner zu spät erscheinen, und lässt viel Zeit für die anschließende Steinsdorfer Open-Air-Rallyeparty.

  

Ergebnis 42. Osterburg-Rallye, Steinsdorf/Th., am 22. Juni 2013:

01. Raphael Ramonat / Steffen Schmidt, Mitsubishi Evo 7, H16, 18:26,9

02. Marcus Ederer / Rainer Viehbeck, BMW 528 M5, H15, + 20,7

03. Reinhard Honke / Mario Nitsche, Subaru Impreza STI, C28, + 25,2

04. Mark Muschiol / Julia Siegel, Renault Clio Ragnotti, F8, + 42,8

05. Wolfram Centner / Ralf Eichhorn, Mitsubishi Evo 6, H16, + 54,2

06. Rudi Reindl / Michael Ehrle, Mitsubishi Evo 7, H16, + 54,8

07. Mario Kunstmann / Julia Wolanski, Mitsubishi Evo 7, G21, + 1:01,9

08. Andre Müller / Andreas Tanz, Renault Clio RS, H14, + 1:07,9

09. Jürgen Bachhäubl / Michael Hoffmann, Opel Kadett GSi, H14, + 1:10,7

10. Marcel Vetter / Rico Langheinrich, VW Golf I, H14, + 1:25,1

 

GALERIE: Die Bilder der Osterburg-Rallye 2013 ...