Dakar 12. Etappe: Überraschungssieg von Mikko Hirvonen

Mikko Hirvonen gewinnt knapp vor seinem Mini-Teamkollegen Nasser Al-Attiyah die 12. Dakar-Etappe. Stephane Peterhansels Führung bleibt ungefährdet.

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Mikko Hirvonen gewinnt knapp vor seinem Mini-Teamkollegen Nasser Al-Attiyah die 12. Dakar-Etappe. Stephane Peterhansels Führung bleibt ungefährdet.

Am vorletzten Tag hat er es dann doch noch geschafft – Mikko Hirvonen (Mini, Startnummer 315) gewann bei seiner Dakar-Premiere zum ersten Mal eine Wertungsprüfung. Der Finne hatte im Ziel der 481 Kilometer langen WP nur neun Sekunden Vorsprung vor Teamkollege Nasser Al-Attiyah (Mini, 300). Ebenfalls noch innerhalb einer Minute erreichten die Toyota-Piloten Leeroy Poulter (319) und Giniel de Villiers (301) das Ziel.

Poulter übernahm vom ersten Wegpunkt an die Führung und sah lange wie der sichere Sieger aus. In seinem Rücken, nur wenige Sekunden entfernt, balgten sich Al-Attiyah und De Vileiiers um Rang zwei. Mehrfach wechselten sie die Positionen. Nach rund 300 Kilometern vergrößerte Poulter langsam seinen Vorsprung.

Auf den letzten 100 Kilometern schlug dann aber die Stunde von Mikko Hirvonen. Möglicherweise weil er seine Reifen am besten geschont hatte, war der Finne im Schlussspurt klar der Schnellste. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel übernahm er die Spitze. Auch Teamkollege Al-Attiyah konnte Poulter und De Villiers schließlich noch überholen.

Die vorletzte Wertungsprüfung war zwar die längste der gesamten Rallye Dakar 2016. Allerdings auch eine der einfachsten. Auf Pisten, wie sie ähnlich auch bei der WRC-Rallye Argentinien rund um Villa Carlos Paz gefahren werden, waren Navigationskünste praktisch nicht gefragt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Sieger Hirvonen lag bei 86 km/h.

Durch seinen Tagessieg verkürzte Hirvonen seinen Rückstand in der Gesamtwertung auf De Villiers auf nur noch rund viereinhalb Minuten. Chancen auf den letzten Platz auf dem Podium hat er wohl trotzdem keine mehr. Am Samstag auf der Schlussetappe nach Rosario steht nur noch ein 180-Kilometer-Sprint auf dem Programm.

Die Peugeot-Armada hielt sich auf der Etappe von San Juan nach Villa Carlos Paz erwartungsgemäß zurück und fuhr im Sicherheitsmodus. Zum ersten Mal landete keiner der französischen Buggys unter den ersten Drei einer Tageswertung. Sébastien Loeb (Peugeot, 314) wurde Achter. Der neunmalige Rallye-Weltmeister holte den vor ihm gestarteten Stéphane Peterhansel (Peugeot, 302) nach etwa 200 Kilometern ein und gab dem Gesamtführenden fortan Geleitschutz.

Peterhansels Vorsprung auf Al-Attiyah verringerte sich zwar um rund elf auf jetzt knapp 42 Minuten. Trotzdem ist dem Franzosen der Sieg so gut wie sicher, es wäre sein zwölfter.

Derweil ist das Verfahren gegen den Peugeot-Piloten wegen angeblich illegalen Tankens (WP 8) weiterhin offen, das Berufungsverfahren läuft noch. Dies könnte für alle Beteiligten noch peinlich werden. Erstens ist es zwar unwahrscheinlich aber theoretisch denkbar, dass Peterhansel den Sieg in einigen Wochen nachträglich aberkannt bekommt. Und zweitens ist es nach geltendem Sportreglement üblich, dass ein Fahrer, gegen den ein Berufungsverfahren offen ist, nicht auf das Siegerpodium klettert. Zwar hat die Rallye Dakar kein herkömmliches Siegerpodium. Aber Jubelszenen auf der Zielrampe müsste sich Peugeot theoretisch verkneifen.

Vorschau Etappe 13: Villa Carlos Paz– Rosario

Prüfung: 180 km, gesamt: 699 km, WP-Start erstes Auto (Rallye-Zeit/Deutsche Zeit): 07:46/11:46 Uhr, WP-Ziel erstes Auto: 09:41/13:41 Uhr

Letzte Etappe, aber kein einfacher Home-run. Denn die 13. Etappe und letzte am Samstag gleicht der vom Freitag, ist nur kürzer. Es gilt auch jetzt: Zwischen der dicht am Wegesrand stehenden Vegetation die Konzentration voll wahren, wenn man sich nicht ausgerechnet auf den abschließenden 180 WP-Kilometern die harte Arbeit von zwei Wochen zunichtemachen möchte. Also: Selbst am letzten Tag der 2016er-„Dakar“ von Carlos Paz nach Rosario könnte es noch Positionsverschiebungen an der Spitze geben. „Es ist erst vorbei, wenn die dicke Dame gesungen hat“, sagt Toyota-Copilot Dirk von Zitzewitz – frei nach dem geflügelten angelsächsischen Wort.

Zwischenstand nach 12. Etappe

1. PETERHANSEL / COTTRET PEUGEOT 43:27:42
2. AL-ATTIYAH / BAUMEL MINI +40:59
3. DE VILLIERS / VON ZITZEWITZ TOYOTA +1:07:16
4. HIRVONEN / PERIN MINI +1:11:42
5. POULTER / HOWIE TOYOTA +1:36:16
6. ROMA / HARO BRAVO MINI +1:46:38
7. DESPRES / CASTERA PEUGEOT +1:55:05
8. VASILYEV / ZHILTSOV TOYOTA +2:04:49
9. LOEB / ELENA PEUGEOT +2:22:46
10. AL RAJHI / GOTTSCHALK TOYOTA +4:36:54

GALERIE: Die Bilder der Rallye Dakar


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