Dakar 11. Etappe: Sieg für Al-Attiyah, Loeb am Seil

Mini-Pilot Nasser Al-Attiyah gewinnt die zweite Wertungsprüfung in Folge. Sebastien Loeb muss abgeschleppt werden – und wird trotzdem Zweiter.

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  • Gestern legte er seinen Mini aufs Dach, heute lief es besser für Nasser Al-Attiyah

    Gestern legte er seinen Mini aufs Dach, heute lief es besser für Nasser Al-Attiyah

Mini-Pilot Nasser Al-Attiyah gewinnt die zweite Wertungsprüfung in Folge. Sebastien Loeb muss abgeschleppt werden – und wird trotzdem Zweiter.

Die elfte Wertungsprüfung war an Spannung kaum zu überbieten. Auf den 431 Kilometern zwischen La Rioja und San Juan lieferten sich gleich drei Piloten ein – angesichts des Startabstandes natürlich virtuelles – Kopf-an-Kopf-Rennen. Daran beteiligt: Nasser Al-Attiyah (Mini, Startnummer 300) sowie die beiden Peugeot-Piloten Sébastien Loeb (314) und Stéphane Peterhansel (302).

Peterhansel und Loeb eröffneten den Fight. Nach 105 Kilometern trennten sie nur eine einzige Sekunde! Ein paar Kilometer später mischte sich auch noch Al-Attiyah ein. Der Mini-Pilot war aufgrund seines schlechten Ergebnisses vom Mittwoch erst als Vierzehnter in die Etappe gestartet. Er schob sich nach 160 WP-Kilometern zunächst zwischen Peterhansel und Loeb, übernahm 30 Kilometer später sogar die Spitze. Anschließend wechselte die Führung zwischen Peterhansel und Al-Attiyah hin und her, bevor der Katarer nach rund 240 Kilometern endgültig das Kommando übernahm. Peterhansel fiel zu diesem Zeitpunkt auf Rang drei hinter Loeb zurück.

Kurz vor dem Ziel entwickelte sich dann noch ein Drama um Sébastien Loeb. Der neunmalige Rallye-Weltmeister musste wegen einer gebrochenen Antriebswelle anhalten. Der als Geleitschutz hinter ihm fahrende Teamkollege Cyril Despres (321) nahm den havarierten Peugeot an die Leine und schleppte ihn ins Ziel. Der Zeitverlust für Loeb betrug weniger als zwei Minuten.

Der Sieg für Al-Attiyah fiel deswegen mit fast sechs Minuten Vorsprung vor Loeb doch noch deutlich aus. Peterhansel hatte auf den letzten 100 Kilometern Probleme und kam mit über acht Minuten Rückstand noch hinter Mikko Hirvonen (Mini, 315) ins Ziel. Giniel de Villiers (Toyota, 301) musste zwei Reifen wechseln, hielt den Zeitverlust mit knapp 13 Minuten aber in Grenzen.

Und so brachte die turbulente Prüfung keine Verschiebungen im Klassement. In der Gesamtwertung führt weiter Stéphane Peterhansel vor Nasser Al-Attiyah und Giniel de Villiers.

Vorschau Etappe 12 San Juan–Carlos Paz

Prüfung: 481 km, gesamt: 931 km, WP-Start erstes Auto (Rallye-Zeit/Deutsche Zeit): 12:14/16:14 Uhr, WP-Ziel erstes Auto: 16:59/20:59 Uhr
 
Aus Wüsten-Ritt wird WRC-Ritt. Das gröbste bei der Rallye Dakar also überstanden? Denkste! Auf der zwölften Etappe zwischen San Juan und Carlos Paz ist es ganz leicht, etwas zu verlieren. Aber ganz schwer, etwas zu gewinnen. Fehler werden angesichts der engen, kurvigen Pisten und dicht stehende Vegetation sofort bestraft – nichts, was kurz vor dem Ziel auf irgendeiner Wunschliste steht. Die Startposition ist zudem entscheidend, denn im Staub könnte Überholen ansonsten schwierig werden. Mit 931 Kilometern insgesamt wird der vorletzte auch der längste Tag der Rallye Dakar 2016. Und es wird die späteste Zielankunft für die Teilnehmer.

Zwischenstand nach 11. Etappe

1. PETERHANSEL / COTTRET PEUGEOT 37:42:20
2. AL-ATTIYAH / BAUMEL MINI +0:51:55
3. DE VILLIERS / VON ZITZEWITZ TOYOTA +1:17:24
4. HIRVONEN / PERIN MINI +1:22:47
5. POULTER / HOWIE TOYOTA +1:46:36
6. ROMA / HARO BRAVO MINI +1:54:34
7. DESPRES / CASTERA PEUGEOT +1:56:53
8. VASILYEV / ZHILTSOV  TOYOTA +2:11:31
9. LOEB / ELENA PEUGEOT +2:25:18
10. HUNT / SCHULZ  MINI +2:48:02

VIDEO: Unfall Nasser Al-Attiyah (10. Etappe)


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