Dakar - 9. Etappe: Loeb lernt die Wüste kennen

Peugeot-Pilot Sebastien Loeb verliert auf der neunten Prüfung erneut über eine Stunde. Teamkollege Peterhansel muss am Abend bei den Sportkommissaren antreten.

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  • Sebastien Loeb muss noch Erfahrungen im Wüstensand sammeln

    Sebastien Loeb muss noch Erfahrungen im Wüstensand sammeln

Peugeot-Pilot Sebastien Loeb verliert auf der neunten Prüfung erneut über eine Stunde. Teamkollege Peterhansel muss am Abend bei den Sportkommissaren antreten.

Nach seinem Überschlag am Montag wiederfuhr Dakar-Neuling Sébastien Loeb (Peugeot, Startnummer 314) auch während der neunten Etappe die volle Härte der Wüste. Der neunmalige Rallye-Weltmeister buddelte sich insgesamt vier Mal im tiefen Sand ein und musste außerdem eine Antriebswelle wechseln. Erst mit 1.13 Stunden Verspätung erreichte er das WP-Ziel.

Dies kam statt wie geplant nach 285 bereits nach 179 Kilometern. Der Veranstalter hatte die WP wegen „extremer Hitze“ vorzeitig abgebrochen. Angeblich kletterte das Thermometer auf 45 Grad. Ob es sich dabei schon um „extreme Hitze“ handelt, sehen Motorrad-Piloten sicherlich anders als die Teams aus der Auto-Kategorie.  

Trotz der Kürze wirbelte die neunte Wertungsprüfung das Gesamtklassement gehörig durcheinander. Tagessieger Carlos Sainz (Peugeot, Startnummer 303) ist der neue Führende, Teamkollege Stéphane Peterhansel (302) nur noch Zweiter. Nasser Al-Attiyah (Mini, 300) bleibt bei nahezu unverändertem Rückstand auf die Spitze Dritter. Toyota-Pilot Giniel de Villiers (301) hat sich mit Tagesrang vier auf den fünften Platz im Gesamtklassement hinter Mikko Hirvonen (315) verbessert. Der überraschend Tageszweite Erik van Loon (Mini, 306) kletterte auf Gesamtrang acht. Robby Gordon (Gordini, 312) verlor fast zwei Stunden, weil die pneumatischen Wagenheber ausgerechnet auf der ersten harten Wüsten-Etappe versagten. Bei jedem Einsanden – und davon gab’s einige – musste der US-Amerikaner seinen Buggy per Hand ausgraben.

X-raid-Protest wird am Abend verhandelt

Am Abend soll außerdem der „Fall Peterhansel“ verhandelt werden. Dem elfmaligen Dakar-Sieger wird vorgeworfen, die Führung auf der achten Etappe auch durch illegales Nachtanken erobert zu haben. Unbestritten ist offensichtlich, dass der Peugeot mit der Startnummer 302 am offiziellen Motorrad-Tankstopp mitten in der Prüfung – erste Meldungen sprachen noch von außerhalb der WP –  aufgetankt wurde. Während Peterhansels Team Peugeot davon ausgeht, dass hier auch Autos tanken durften, hält Konkurrent Mini/X-raid dies für verboten und hat einen entsprechenden Protest eingereicht.

Überschattet wurde die neunte Etappe durch einen schweren Verkehrsunfall außerhalb der Wertungsprüfung. Ein Service-Lkw wurde nach offiziellen Angaben in eine Kollision verwickelt, bei der ein Mensch ums Leben kam. 

Vorschau Etappe 10: Belén – La Rioja:

Prüfung: 278 km, gesamt: 763 km. WP-Start erstes Auto (Rallye-Zeit/Deutsche Zeit): 07:00/11:00 Uhr, WP-Ziel erstes Auto: 11:10/15:10 Uhr

 Die Königsetappe. Es wird noch einmal so anstrengend und schwierig wie die heutige Etappe. Weiche Dünen auf großer Höhe sind laut dem deutschen Toyota-Beifahrer Dirk von Zitzewitz: „Wunderschön anzusehen. Aber ein Horror, wenn man da durch muss.“ Auf dem Weg nach La Rioja können sich zudem die Navigatoren ihre Sporen verdienen.

Zwischenstand nach 9. Etappe

1. SAINZ / CRUZ PEUGEOT 28:39:24
2. PETERHANSEL / COTTRET PEUGEOT +7:03
3. AL-ATTIYAH / BAUMEL MINI +14:38
4. HIRVONEN / PERIN MINI +34:50
5. DE VILLIERS / VON ZITZEWITZ TOYOTA +53:18
6. AL-RAJHI / GOTTSCHALK TOYOTA +1:01:48
7. POULTER / HOWIE TOYOTA +1:03:25
8. VAN LOON / ROSEGAAR MINI +1:28:05
9. ROMA / HARO BRAVO MINI +1:42:55
10. DESPRES / CASTERA PEUGEOT +1:51:30

 VIDEO: Unfall Sebastien Loeb


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