Die Opfer der sechsten Dakar-Etappe

Die Wertungsprüfung am Freitag wirbelte das Klassement kräftig durcheinander. Hier ein paar Einzelschicksale.

Autor: 
  • Robby Gordon bleibt mit einem leeren Tank liegen

    Robby Gordon bleibt mit einem leeren Tank liegen

Die Wertungsprüfung am Freitag wirbelte das Klassement kräftig durcheinander. Hier ein paar Einzelschicksale.

Die mit 524 Kilometern längste Wertungsprüfung setzte den Fahrzeugen und den Besatzungen zum ersten Mal richtig zu. Technische Probleme und auch Unfälle wirbelten das Gesamtklassement kräftig durcheinander.

Prominentestes Opfer war Sébastien Loeb (Peugeot, Startnummer 314). Der bisherige Spitzenreiter verlor auf der Wertungsprüfung am Freitag über acht Minuten zumindest teilweise ohne eigenes Verschulden. „Schon nach etwa 100 Kilometern blieb das Gaspedal bei Vollgas stecken“, erzählte der neunmalige Rallye-Weltmeister. „Gebremst habe ich danach durch Ausschalten des Motors.“ Zwei Reifenschäden trugen außerdem zum Zeitverlust bei. Indirekt davon betroffen war auch Teamkollege Carlos Sainz (303). Der Spanier steckte rund 200 Kilometer in  der Staubfahne des vor ihm gestarteten Loeb fest. Ohne dieses Handicap wäre er möglicherweise die knappe halbe Minute schneller gewesen, die ihm schließlich zum  Tagessieg fehlten.

Am härtesten traf es Bernhard ten Brinke und Beifahrer Tom Colsoul (Toyota, 311). Die Gewinner des Prologs – bislang der einzige Tagessieg eines Nicht-Peugeot – und bis Freitag Gesamtachte erreichten das Ziel an Bord eines Presse-Fahrzeugs. Ihr Rallyeauto war kurz vor dem Ziel ausgebrannt. Markenkollege Leeroy Poulter (319) hatte mehr Glück. Sein Hilux blieb nach einem Überschlag weitgehend unbeschädigt. Landsmann Giniel de Villiers (Toyota, 301) richtete den havarierten Toyota auf, und Poulter erreichte das Tagesziel sogar noch auf Rang 15.

Gordon geht der Sprit aus

Die kurioseste Geschichte lieferte – natürlich – wieder Robby Gordon ab (Gordini, 312). Der amerikanische Tausendsassa war kurz vor dem Ziel Siebter, als ihm der Sprit ausging. Besonders dumm, wenn man als einer der wenigen in der Spitzengruppe mit einem Benziner und nicht mit einem Turbodiesel fährt. Erst Teamkollege Sheldon Creed (337), mit 18 Jahren der jüngste Pilot in der Auto-Kategorie in der Geschichte der Dakar,  konnte mit Treibstoff aushelfen. Gemeinsam fuhren beide weiter – bis auch Creeds Tank leer war. Jetzt mussten sich die beiden an Zuschauer wenden. Und tatsächlich trieben sie einen Bolivianer auf, der ihnen ein paar Liter Benzin verkaufte. Die landeten in Gordons Tank. Gordon nahm Creed an den Haken, im Schlepptau erreichten sie auf den Rängen 50 und 37 das Tagesziel.

GALERIE: Die Bilder der Rallye Dakar


Mehr Bilder ansehen ...