Dakar: Kampf der Konzepte

Wer die gerade gestartete Rallye Dakar gewinnen will, sollte Mini, Toyota oder Peugeot fahren. Die drei Fahrzeuge unterscheiden sich technisch stark.

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  • Im Toyota Hilux arbeitet ein V8-Saugbenziner

Wer die gerade gestartete Rallye Dakar gewinnen will, sollte Mini, Toyota oder Peugeot fahren. Die drei Fahrzeuge unterscheiden sich technisch stark.

Der Dreikampf zwischen Titelverteidiger Mini sowie den Herausforderern Toyota und Peugeot ist auch eine Schlacht der Konzepte. Alle drei Siegfavoriten verwenden Chassis aus Gitterrohrahmen, über die eine aus Kohlefaser-Kevlar-Verbundstoff gebackene Karosserie gestülpt wird. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

Mini und Toyota setzen auf Allradantrieb. Daraus ergeben sich Gemeinsamkeiten zum Beispiel beim maximal erlaubten Federweg (250 Millimeter) und der Reifengröße (16 Zoll). Weil die bei X-Raid gebauten All4 Racing einen Turbodiesel unter der Haube haben, die in Südafrika entwickelten Hilux dagegen einen Saugbenziner, müssen unterschiedliche Mindestgewichte eingehalten werden. Die Differenz beim Leergewicht – also ohne Treibstoff an Bord – beträgt immerhin fast 80 Kilogramm. Damit soll das bessere Drehmoment des Turbodiesel sowie die geringere Empfindlichkeit für die sauerstoffarme Luft in teilweise über 4.000 Meter Höhe ausgeglichen werden. Zumindest jeweils am Start hat der Toyota außerdem den Nachteil, dass er deutlich mehr Treibstoff mitnehmen muss.

Peugeot 700 Kilo leichter als der Mini

Peugeot verwendet einen V6-Turbodiesel, der mit dem Triebwerk des Mini nahezu identisch ist. Beide haben 2.993 Kubikzentimeter Hubraum und werden von zwei Turboladern zwangsbeatmet. Weil Peugeot allerdings auf den Antrieb der Vorderräder verzichtet, liegt das Mindestgewicht des als Buggy eingestuften 2008DKR fast 700 Kilogramm unter dem des Mini. Außerdem darf der Federweg deutlich länger ausfallen, 460 Millimeter gibt Peugeot an. Die mit fast 95 Zentimeter Durchmesser sichtbar größeren Reifen verstärken den Fahrwerksvorteil abseits befestigter Pisten noch.

Theoretisch müsste ein Buggy die größeren Siegchancen haben. In Afrika, wo fast ausschließlich offroad gefahren wurde, hätte sich dieses Konzept wahrscheinlich längst durchgesetzt. In Südamerika, der Heimat der Rallye Dakar seit 2009, folgt die Rallyeroute allerdings vorwiegend bestehenden Pisten. Bei der 2016er Ausgabe wird wohl nur zwei Tage lang streckenweise über Dünen gefahren. Unter diesen Bedingungen sind die Allradler im Vorteil – noch.

Peugeot ist das erste Werksteam, das ernsthaft auf das Buggy-Konzept setzt. Um auf eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses vorbereitet zu sein, setzt X-Raid seit letztem Jahr parallel zu den Mini testweise ebenfalls einen Buggy ein. Pilot ist Guerlain Chicherit (Startnummer 324). Im erstmals bei X-Raid entwickelten Chassis sitzt ein V8-Benziner.    

 

Mini All4 Racing

Toyota Hilux

Peugeot 2008DKR

Motortyp

Turbodiesel

Saugbenziner

Turbodiesel

Einbauort

vorne

vorne

hinten

Zylinder/-anordnung

V6

V8

V6

Hubraum (cm3)

2.993

4.969

2.993

Leistung (PS)

320

387

350

Karosserieform

SUV

Pickup

Buggy

Antrieb

Allrad

Allrad

Hinterrad

Reifendimension

245/80 16

245/80 16

37/12,5/17

Federweg (mm)

250

250

460

Mindestgewicht (kg)

1.953,0

1.877,5

1.280,0

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