Sebastien Loeb: Anlauf auf den 10. WM-Titel

Nur zu Hause rumsitzen und auf die nächste Dakar zu warten, war Sebastien Loeb zu langweilig. Also heckte er mit seinem neuen Arbeitgeber Peugeot den Einsatz in der Rallycross-WM aus. Dort kann er seinen zehnten WM-Titel holen. Aber dafür muss er sich auch gegen alte Bekannte durchsetzen.

Autor: 

Nur zu Hause rumsitzen und auf die nächste Dakar zu warten, war Sebastien Loeb zu langweilig. Also heckte er mit seinem neuen Arbeitgeber Peugeot den Einsatz in der Rallycross-WM aus. Dort kann er seinen zehnten WM-Titel holen. Aber dafür muss er sich auch gegen alte Bekannte durchsetzen.

Der Entschluss, in der Rallycross-WM anzutreten, fiel sehr früh. „Seit mir klar war, dass ich nicht für Citroën die Tourenwagen-WM bestreiten würde und ich offizieller Peugeot-Werkspilot werde, suchte ich das Gespräch mit Sportchef Bruno Famin über ein Programm“, blickt Loeb zurück. Nur zwei oder drei Rennen als Vorbereitung auf die Rallye Dakar waren dem Rekordweltmeister deutlich zu wenig, er will nach eigenen Angaben noch immer eine volle Saison. Da kam ihm das Engagement seines neuen Arbeitgebers im Rallycross gerade richtig.

Loeb steigt in eine Meisterschaft ein, in der sich sein alter Rallye-WM-Rivale Petter Solberg in den letzten zwei Jahren den Titel sichern konnte. Beim Gedanken an die Neuauflage des alten Zweikampfes mit dem Norweger muss Loeb schon jetzt schmunzeln: „Es wird sicher Spaß machen. Ich kenne Petter schon viele Jahre und wir hatten einige große Duelle im Rallyesport. Er ist jetzt der Champion und sicher schwer zu schlagen. Aber Timmy (Hansen) und Davy (Jeanney) haben es voriges Jahr geschafft“, hat Loeb auch seine neuen Teamkollegen auf dem Zettel.

Erfahrungen aus der WTCC nutzen

Überhaupt sieht sich Rekordweltmeister zunächst nicht in einer Favoritenrolle, sondern geht die neue Aufgabe mit dem nötigen Respekt an. „Ich muss so viele Dinge lernen. Ich hoffe, dass ich schnell sein werde und ich werde immer mein Bestes geben. Ich will aber nicht sagen, dass ich gewinnen werde. Aber klar, ich bin ein Wettkämpfer und will immer siegen. Das wird sich nie ändern. Mein Ziel ist, dass ich so oft wie möglich vorne dabei bin“, meinte Loeb.

Die Zeit im Tourenwagen soll nicht gänzlich vergeudet gewesen sein. Ein paar Erfahrungen von der Rundstrecke hofft Loeb auch im Rallycross einsetzen zu können: „Weil die Rennen so kurz sind, ist mir klar geworden, wie wichtig ein guter Start ist. Auch mit Rad-an-Rad-Duellen kenne ich mich jetzt aus und weiß, wie ich mich in einem großen Feld verhalten muss.“

Beim Duell der beiden Ex-Rallye-Weltmeister ist ein weiterer Ex-Rallye-Weltmeister Zaungast. Marcus Grönholm unterstützt als neuer Olsbergs MSE-Teammanager die Karriere seines Sohns Niclas und hat nicht nur deshalb den Einstieg von Loeb frühzeitig analysiert. Für ihn ist klar: „Er wird schnell sein!“ Ob es für den 10. Weltmeistertitel reicht, wird man ab Mitte April sehen, wenn die neue Rallycross-Saison gestartet wird.

Loeb RX 2016

Sébastien Loeb RX Promo (y)© RedBullContentPool

Posted by Rallye-Magazin on Montag, 29. Februar 2016