Legend Boucles: Munster setzt sich gegen Märtin durch

Nach mehreren knapp gescheiterten Versuchen schafft es Bernard Munster bei den Legend Boucles ganz oben aufs Treppchen. Markko Märtin landet nach starkem Start auf Rang zwei, Dritter wird Jean-Pierre Van de Wauwer.

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  • Bernard Munster gewinnt die zweite Auflage der Legend Boucles in Bastogne
Das Sagen hat Munsters Ehefrau Andrée Hansen

    Bernard Munster gewinnt die zweite Auflage der Legend Boucles in Bastogne

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Das Sagen hat Munsters Ehefrau Andrée Hansen

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Nach mehreren knapp gescheiterten Versuchen schafft es Bernard Munster bei den Legend Boucles ganz oben aufs Treppchen. Markko Märtin landet nach starkem Start auf Rang zwei, Dritter wird Jean-Pierre Van de Wauwer.

Ein bisschen Regen kann einem echten Rallyefan nichts anhaben. Aber bei den Legend Boucles in Bastogne war es ein bisschen viel, so dass so mancher Zuschauer sich wohl zwei Mal überlegt hat, ob er sich das wirklich antun will. Es hat von Anfang bis Ende geschüttet – am Samstagabend derart, dass der Scheibenwischer-Motor an Fred Bouvys Ford Escort in den Streik trat.

Wie üblich nicht das einzige Wehwehchen bei den Legend Boucles. Die Liste der Defekte ist lang. Zu den prominenten Opfern zählen Freddy Loix (Opel Ascona, Motor), Marc Timmers (Ford Escort, Motor), Stéphane Lefebvre (Citroën Visa 1000 pistes, Motor) und Bruno Thiry (Datsun Violet, Getriebe). An Cédric Cherains Ford Escort knickte eine Aufhängung ein und Cherain flog mit einer Luftrolle von der Straße.

Der Ford Escort von Markko Märtin lief dagegen problemlos und Märtin konnte direkt zum Start in die Legend Boucles demonstrieren, dass er das Fahren keinesfalls verlernt hat. Obschon er zum ersten Mal ein heckangetriebenes Rallye-Auto steuerte und auch noch nie eine Gleichmäßigkeitsrallye gefahren ist, übernahm der Este von Beginn an die Spitze. „Ich habe viele Dinge gelernt und das hat das Wochenende wirklich sehr interessant gemacht. Manchmal habe ich es geliebt, manchmal habe ich es gehasst. Aber es war eine tolle Erfahrung“, fasste Märtin zusammen.

„Das war eine schwierige Rallye, sehr knifflige Bedingungen bei dem vielen Regen und Matsch auf der Strecke. Aber ich bin wirklich froh, dass ich hierher gekommen bin. Das Auto hat super funktioniert, Stéphane [Prévot] hat seine Sache sehr gut gemacht. Das Wochenende ist reibungslos verlaufen – bis auf einen Reifenschaden heute und eine Prüfung gestern Abend, wo ich wirklich sehr, sehr schlecht gefahren bin.“ Märtin kassierte 35 Strafpunkte – das war der Knackpunkt.

Schotter-Tag: Premiere in Belgien

Denn dadurch startete Bernard Munster bereits mit einem kleinen Polster in den Schotter-Tag. „Ich hatte mich auf den zweiten Tag gefreut. Ich fahre sehr gerne auf Schotter und Matsch, das liegt mir. Und ich musste ja bloß Märtin im Auge behalten. Da ich bei den drei ersten Prüfungen jeweils schneller war, brauchte ich dann nur noch den Vorsprung zu verwalten“, sagte Munster, der den Ärger der Konkurrenz auf sich zog, weil er ganz spezielle Winterreifen – die bei den Boucles für alle Pflicht sind – aufgetrieben hatte.

Aber auch Munster kam nicht ohne Plattfuß davon, allerdings traf es ihn in der Prüfung „Mandarine“, bei der der Schnitt von 80 Stundenkilometern locker eingehalten werden konnte und er nicht viel Zeit verlor. „Nach den ganzen zweiten Plätzen bin ich wirklich sehr glücklich, dass es jetzt endlich mit dem Sieg geklappt hat“, jubelte Munster im Ziel.

Dritter wurde Jean-Pierre Van de Wauwer im Lancia Beta Monte-Carlo. Van de Wauwer hatte sich am Samstag über den früheren Formel-1-Fahrer Jérôme d’Ambrosio aufgeregt, weil der ihn in einer Show-Prüfung aufgehalten hatte. Aber d’Ambrosio rief Van de Wauwer an, um sich zu entschuldigen. „Ein feiner Zug von ihm“, bedankte sich „Van de“. Auf Rang vier fuhr Citroën-Teamchef Yves Matton mit Daniel Elena im Porsche 911, Fünfter wurde der Brite Tim Pearcey im Ford Escort.