Harri Toivonen : Auf den Spuren von Henri und Pauli

Vor 50 Jahren gewann Pauli Toivonen die Rallye Monte Carlo, vor 30 Jahren triumphierte dessen Sohn Henri im Fürstentum. Jetzt schreibt Henris jüngerer Bruder die Geschichte seiner Familie fort. Harri Toivonen pilotiert einen Opel Kadett E GSi als Vorwagen bei der 20. AvD-Histo-Monte.

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Vor 50 Jahren gewann Pauli Toivonen die Rallye Monte Carlo, vor 30 Jahren triumphierte dessen Sohn Henri im Fürstentum. Jetzt schreibt Henris jüngerer Bruder die Geschichte seiner Familie fort. Harri Toivonen pilotiert einen Opel Kadett E GSi als Vorwagen bei der 20. AvD-Histo-Monte.

Der Name Toivonen taucht in der Siegerliste der Rallye Monte Carlo gleich zwei Mal auf. 1966 gewann Pauli Toivonen den Winter-Klassiker in den französischen Seealpen in einem Citroën DS21. 20 Jahre danach trat Paulis ältester Sohn Henri in die großen Fußstapfen des Vaters, als er im Gruppe-B-Monster namens Lancia Delta S4 als Erster in den Hafen von Monaco einlief. Dass Vater und Sohn die „Monte“ unabhängig voneinander gewinnen, ist bis heute ein Unikum in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Winter-Klassikers.

Zum runden Jubiläum dieses einzigartigen Ereignisses wird Harri Toivonen – selbst ein begnadeter Renn- und Rallyefahrer – auf den Spuren seines Vaters und Bruders wandeln. Der Finne fährt in einem Opel Kadett E GSi die komplette Histo-Monte (17. bis 21. Februar) von Mainz bis nach Monte Carlo mit. Auf dem Weg wird der 55-Jährige einige der Prüfungen unter die Räder nehmen, die bei der Rallye Monte Carlo 1966 bzw. 1986 befahren wurden – wie die Fahrt über den berühmten Col de Turini.

Rallyeleiter Peter Göbel freut sich vor allem über das Flair, das der Stargast aus Finnland mitbringen wird. „Die AvD-Histo-Monte ist den früheren Sternfahrten der Rallye Monte Carlo nachempfunden. Für die Teilnehmer ist es immer etwas ganz Besonderes, wenn sie die traditionellen Strecken unter die Räder nehmen. Dass wir jetzt mit Harri Toivonen jemanden dabei haben, der uns das Monte-Flair noch besser vermitteln kann, ist umso schöner. Ich bin mir sicher, dass Harri viele spannende Stories auf Lager hat.“

Die Geschichte der Toivonens ist geprägt von Höhen und Tiefen. Pauli Toivonen zählte zur ersten Generation der „fliegenden Finnen“ und feierte mit dem Gewinn der Europameisterschaft 1968 seinen größten Erfolg. Sein Sieg bei der Monte 1966 kam dagegen unter dubiosen Umständen zustande. Bei der Zielankunft in Monte Carlo lag der Senior nur auf Rang vier, doch dann wurden die drei Führenden wegen angeblich illegaler Lampen disqualifiziert. Pauli erbte den Sieg, weigerte sich aber, den Pokal anzunehmen.

Henri ging bei der RAC Rallye 1980 als bis dato jüngster Sieger eines WM-Lauf in die Rallyegeschichte ein. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er aber erst fünf Jahre später mit der Einführung des Lancia Delta S4. Henri triumphierte beim Debüt des Allradlers bei der RAC Rallye 1985 sowie bei der Monte 1986. Vier Monate später waren Henri und Beifahrer Sergio Cresto jedoch in einen der tragischsten Unfälle der WM-Geschichte verwickelt, als sie bei der Tour de Corse von der Straße abkamen und ihr Lancia komplett ausbrannte. Beide hatten keine Chance zu überleben.

Harri Toivonen war in jenem Jahr zum Werksfahrer von Austin Rover aufgestiegen und zeigte im MG Metro 6R4 gute Leistungen. Der große Durchbruch blieb dem vier Jahre jüngeren Bruder jedoch verwehrt. Nach schwierigen Jahren im Rallyesport fand Harri mehr Glück auf der Rundstrecke. Er gewann die finnische Tourenwagen-Meisterschaft und etablierte sich in der Sportwagen-WM. Heute ist Harri Toivonen ein gern gesehener Gast bei historischen Rallyes.