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08.05.2012 | 08:53 | Autor: Michael Heimrich

Der weitere Fahrplan von Sordo

Der mögliche Wechsel von Jari-Matti Latvala in Richtung Volkswagen könnte Dani Sordo noch in diesem Jahr neue Perspektiven im Ford-Werksteam eröffnen.

Dani Sordo ist leidgeprüft. Hinter die Saison 2012 konnte er bereits einen Haken machen, da hatte sich noch gar nicht richtig angefangen. Dem klammen Prodrive-Team wurde die BMW-Werksunterstützung gestrichen, statt mehr Euros aus München zu bekommen, zog man bei der Mini-Mutter den Stecker aus dem WRC-Projekt. Am Ende war es egal, ob die Truppe von David Richards bereits beachtliche Erfolge mit dem John Cooper Works (JCW) einfahren konnte, das Pokerspiel des cleveren Briten hatte das Klima vergiftet.

 

Die Folge: Prodrive strich das ursprünglich angedachte WM-Programm zusammen. Statt wie geplant bei jedem WM-Lauf um das Podium zu kämpfen, musste Dani Sordo rasch erkennen, dass er in diesem Jahr mehr zu Hause sitzen wird. Er wird weder in Griechenland noch Finnland am Start stehen. Noch schlimmer erwischte es seinen letztjährigen Teamkollegen Kris Meeke, der maßgeblich den JCW WRC mitentwickelte, aber nach der Trennung von BMW das zweite Prodrive-Auto räumen musste, dass nun meistbietend an zahlungskräftige Kundschaft vergeben wird.

 

"So eine Saison möchte ich nicht noch einmal erleben", gesteht Sordo, der am kommenden Wochenende mit dem modifizierten John Cooper Works Super 2000 auf Korsika starten wird. Wie vor seinem argentinischen Gastauftritt im Werks-Ford musste ihm auch hier ein kurzer Test genügen, um sich auf seinen nächsten Auftritt vorzubereiten. 15 Kilometer am Samstag und nochmals 30 am Sonntag. "Das lag auch an den widrigen Wetterbedingungen", berichtet Sordo. "Was soll's. Auch wenn ich unsere Konkurrenzfähigkeit gegenüber den eingespielten IRC-Teams nicht einschätzen kann, ich starte hier, um zu gewinnen."

 

Die weitere WM-Saison von Sordo könnte durch Jari-Matti Latvala beflügelt werden, den er in Argentinien kurzfristig im Werks-Fiesta ersetzte. Sollte sich der kolportierter Wechsel des Finnen zu Volkswagen im Sommer bestätigen, spricht nichts dagegen, dass Sordo erneut zum Zuge kommt. "Dani ist für uns eine perfekte Rallye gefahren, aber Jari-Matti ist unser nominierter Fahrer in diesem Jahr. Wir werden ihn nicht austauschen", dementiert Ford-Teamchef Malcolm Wilson derlei Gedankenspiele. Noch! Denn für Frankreich (5. bis 7. Oktober) und Spanien (8. bis 11. November) ist Sordo weiterhin ohne Cockpit. "Für mich ist vor allem wichtig, dass ich beim Saisonfinale in meiner Heimat antrete. Alles weitere wird sich zeigen", gibt sich der 29-Jährige auffällig gelassen.

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